Profi-Radsport

Tour-Finale auf den Champs Elysees: Die Karawane packt ein

27.07.2001 -

Paris (dpa) - Wer das Finale der Tour auf dem Pariser Pracht-Boulevard Champs Elysees miterleben will, muss früh aufstehen. «Ab elf Uhr darf man seinen Platz an der Absperrung nicht mehr verlassen, wenn man die Fahrer sehen will. Das bedeutet fünf Stunden warten», rät eine Tour-Organisatorin. Sitzplätze auf den Tribünen sind für Prominente und geladene Gäste reserviert.

Über eine Million Zuschauer werden erwartet, wenn das Feld der Fahrer zum Endspurt ansetzt. Auf dem Siegerpodium wird wie im vergangenen Jahr der Texaner Lance Armstrong im Gelben Trikot erwartet, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt. Das Finale auf dem Prachtboulevard gehört seit 1975 zu den großen Traditionen der Tour - der Etappensieg ist eine besondere Trophäe, die sich ein Sprinter holt.

Erik Zabel aus Unna wird als einer der Favoriten gehandelt, ebenso wie Sven Teutenberg aus Mettmann. Gute Chancen haben aber auch der Franzose Damien Nazon oder der Tscheche Jan Svorada. Spannend bis zum letzten Augenblick dürfte der Kampf um das Grüne Trikot zwischen dem Australier Stuart O`Grady und Erik Zabel bleiben. Noch hat O`Grady einen Vorsprung vor dem Telekom-Fahrer, der das begehrte Kleidungsstück in den vergangenen fünf Jahren bis Paris trug.

Die letzte Etappe von 160,5 Kilometern beginnt in dem südlichen Pariser Vorort Corbeil-Essonnes, der in diesem Jahr erstmals auf der Tour-Karte auftaucht. In der Hauptstadt geht es zehn Mal die 6,5 Kilometer lange Strecke zwischen Concorde und Triumphbogen entlang, insgesamt 65 Kilometer, für die die Fahrer gut eine Stunde brauchen. So haben die Zuschauer ein längeres Vergnügen.

Dann ist das Fest vorbei und die Karawane wird zum 20. und letzten Mal eingepackt. Die wandernden Wagenburgen mit dem Siegerpodium, mit Lautsprechern, Notarzt- und Verwaltungs-Anlagen, mit Presse-Ständen und unzähligen Fernsehapparaten werden gesäubert, repariert und in einer riesigen Lagerhalle bei Paris eingelagert. Zu verpacken sind außerdem acht Kilometer Barrieren, 32 Kilometer elektrische Kabel, Fahnenstangen und Stromgeneratoren.

Ebenso schnell und gründlich beseitigt werden die tausende leeren Wasserflaschen, Getränke-Büchsen und andere Abfälle, die nach der Zieldurchfahrt die Straße bedecken. Am nächsten Tag erinnert kaum mehr eine Spur daran, dass die Karawane vorbeigezogen ist. Die Tour de France ist militärisch durchorganisiert - da stimmen alle Details bis zur letzten Beschreibung einer Dorf-Durchfahrt. Die Präzision wirkt ungewöhnlich, denn Franzosen improvisieren gern, und das meistens mit Erfolg. «Wir haben ja auch jahrzehntelange Erfahrung mit der Organisation», begründet Logistik-Chef der Tour, Michel Giraud, die Perfektion.

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