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04.08.2001 -
Karlsruhe (dpa) - Olympiasieger Jan Ullrich aus Merdingen war beim Paar-Zeitfahren in Karlsruhe an der Seite seines Teamkollegen Andreas Klöden (Chemnitz) chancenlos. Das favorisierte Telekom-Duo erreichte vor 190 000 Zuschauern den enttäuschenden 5. Rang von 10 Teams.
Für die positive Überraschung sorgten indes auf dem 72 km langen Kurs Jens Lehmann (Gera) und Thomas Liese (Leipzig). Die Fahrer vom zweitklassigen Team Nürnberger kamen beim 6. EnBw- Grand-Prix auf den hervorragenden zweiten Platz mit einem hauchdünnen Rückstand von vier Sekunden auf das französische Siegerpaar Christophe Moreau/Florent Brard (1:25:21 Stunden). Dritte wurden Wjatscheslaw Jekimow (Ukraine) und Victor Hugo Pena (Kolumbien/1:03 Minuten zurück).
Ullrich/Klöden legten zwar verheißungsvoll los. «Hier heißt es drauftreten», hatte Ullrich die Strategie für das Rennen sechs Tage nach seinem zweiten Platz bei der Tour de France auf dem flachen Stadtkurs zuvor noch ausgegeben. Dementsprechend setzte das Doppel im Magenta-Dress auch schon nach der ersten Runde mit einer Zwischenbestzeit Akzente. Mit einem Stundenmittel von 51,9 km verwiesen Ullrich/Klöden ihre Landslaute Lehmann/Liese im Prestigeduell mit fünf Sekunden Vorsprung zwischenzeitig auf den zweiten Platz. Moderater gingen der Prolog-Sieger der Tour de France, Moreau, und sein Mitfahrer Brard den 12 km langen und sechs Mal zu durchfahrenden Kurs an.
Doch schon nach der zweiten Runde lagen Ullrich und Klöden, der sichtlich Probleme hatte, mit zwei Sekunden hinter Lehmann/Liese. Während der 33-jährige Lehmann, Mannschaft-Olympiasieger und Doppel- Weltmeister auf der Bahn sowie Paar-Zeitfahrsieger in Karlsruhe vor sieben Jahren, und der ein Jahr jüngere deutsche Zeitfahr-Meister Liese wie ein Uhrwerk fuhren, fand Klöden nicht mehr zu seinem Rhythmus.
«Andreas hatte einen Tag, an dem gar nichts lief», erklärte Telekom-Direktor Rudy Pevenage. Besser gesagt, rollte es beim 26- jährigen Klöden auf dem flachen Kurs überhaupt nicht mehr. Dagegen verringerten die Franzosen ihren Rückstand Runde um Runde, ehe sie am Ende die Schnellsten waren und damit für den ersten französischen Sieg seit 1989 (Laurent Fignon/Thierry Marie) sorgten. Einem ersten Platz setzten Lehmann und Liese ihren Erfolg gleich. «Mit vier Sekunden Rückstand Zweiter ist - das wie ein Sieg», sagte Lehmann.
Ullrich kann sich, der seit seinem Zeitfahr- Sieg bei der Vuelta vor zwei Jahren auf einen Gewinn im «Contre le montre» wartet, beim 9. LuK-Cup in Bühl bereits rehabilitieren.
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