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17.08.2001 -
Hamburg (dpa) - Drei Wochen nach der Tour de France beginnt für Jan Ullrich in Hamburg die Woche der Wahrheit. «Ich bin noch nicht satt, die Form ist noch da», verkündete der Tour-Zweite, der beim siebenten von zehn Weltcup-Rennen am Sonntag bei den HEW Cyclassics auf Sieg fahren will.
Abgesehen von seinem überzeugenden Tour-Auftritt fehlt dem Goldmedaillengewinner von Sydney in dieser Saison noch ein großer Sieg. In Hamburg gewann Ullrich in seinem Top- Jahr 1997.
«Am Sonntag ist Jan noch mehr motiviert als eine Woche später beim achten Weltcup-Rennen in Zürich, bei dem er in den letzten vier Jahren zwei Mal Zweiter war», sagte Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig. Er weiß, dass es auf den 251 km für die Telekom-Elite mit den Tour- Stars Ullrich, Erik Zabel und Andreas Klöden besonders schwer werden wird: «Alle Konkurrenten haben besonders uns im Auge.» Zum einzigen deutschen Weltcup-Rennen erwarten die Veranstalter, die auch 10 000 Jedermann-Fahrer auf die Reise schicken, wieder rund eine Million Zuschauer.
Telekom muss sich beim Hamburger Heimspiel harter Konkurrenz stellen, auch wenn Ullrich-Bezwinger Lance-Armstrong (USA) und der Sieger des Weltcup-Rennens von San Sebastian, Laurent Jalabert (Frankreich), fehlen. Als heißer Kandidat auf den Erfolg wird der souveräne Weltcup-Spitzenreiter Erik Dekker (Niederlande/219 Punkte) gehandelt. Cup-Verteidiger Zabel (Unna) käme natürlich auch für den ersten Sieg eines Einheimischen in Hamburg in Frage, seit das Rennen den Weltcup-Status besitzt. Aber der gebürtige Berliner ist nach seiner stressigen und erfolgreichen Saison gedanklich schon ein bisschen in den wohlverdienten Ferien, auch wenn Telekom-Teamchef Rudy Pevenage sagt: «Wir fahren in Hamburg mit zwei Kapitänen.» Aber auf eine Wiederholung des Tour-Duells in Hamburg mit dem Australier Stuart O`Grady aus der Jens Voigt-Mannschaft rechnet Pevenage nicht unbedingt.
Zabel ist seit Februar höchst erfolgreich unterwegs, schloss die Tour mit drei Etappensiegen und dem sechsten Grünen Trikot in Folge ab. Zu Beginn der Woche erklärte er seinen Verzicht für die WM in Lissabon im Oktober und die Verteidigung des Weltcups. Zurzeit ist er Neunter mit 100 Punkten. «Erik macht in diesem Jahr früher Schluss als sonst und wird die Weltcup-Saison nicht zu Ende fahren», erklärte Pevenage.
Den Sieg in Hamburg hat auch der Berliner Tausendsassa Jens Voigt, bei der Tour Etappensieger und Träger des Gelben Trikots, im Visier. «Meine Form ist besser als sonst nach der Tour. Ich habe speziell für Hamburg trainiert und rechne mir etwas aus. Der Kurs ist zwar nicht hammerhart, aber wenn du am Schluss vorne dabei sein willst, ist es sauschwer. In Hamburg haben nie Sprinter gewonnen», sagte Voigt, der wie Ullrich im Oktober auch noch die WM auf dem Terminkalender hat.
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