Profi-Radsport

Jan Ullrich gewinnt «Nacht von Hannover»

18.08.2001 -

Hannover (dpa) - Jan Ullrich hat genug von zweiten Plätzen. Wenige Wochen nach dem verlorenen Duell gegen Lance Armstrong bei der Tour de France fährt der Tour-Zweite bei den Rundstreckenrennen in Deutschland von Sieg zu Sieg. Bei der «Nacht von Hannover» feierte der Olympiasieger von Sydney bereits seinen dritten Erfolg nach Kassel und Dortmund innerhalb von acht Tagen.

«Da gibt es nicht viel zu sagen. Ein guter Kurs, ein schnelles Rennen, tolle Zuschauer, das hat Spaß gemacht», kommentierte Ullrich seinen knappen Sprintsieg vor dem zweiten Publikumsliebling Jens Voigt.

Der Radprofi aus dem deutschen Team Telekom und sein Berufskollege aus dem französischen Rennstall Credit Agricole lieferten den mehr als 40 000 Zuschauern eine perfekte Show. In der 51. der insgesamt 100 Runden trat Ullrich erstmals an. Nur zwölf Fahrer konnten seinem hohen Tempo folgen. Wenige Minuten später war das Hauptfeld überrundet. Zehn Runden vor Schluss attackierte Voigt. Nur Ullrich setzte nach. Diie beiden neben Erik Zabel populärsten deutschen Fahrer kämpften auf den letzten Kilometern Rad an Rad um den Prestigesieg.

Die 60 Kilometer auf dem engen Rundkurs in Hannover, die ein Weltklassefahrer wie Jan Ullrich «auf einer Arschbacke abreißt», war für die Rad-Prominenz die ideale Vorbereitung für das Weltcuprennen in Hamburg. «Es ist gut, noch einmal das Gefühl für Geschwindigkeit testen zu können», meinte der Merdinger. Er siegte zum dritten Mal nach 1998 und 2000 bei der «Nacht» und hatte im Gegensatz zu manchen Tour-Etappen die Hilfe seiner Team-Kollegen Erik Zabel und Andreas Klöden gar nicht nötig.

«Ich hatte gedacht, die Telekom-Leute würden Zabel zum Sieg fahren», gestand hinterher «Einzelkämpfer» Jens Voigt. Der gebürtige Mecklenburger und Wahl-Franzose war einziger Fahrer seines Teams, dem er auch in Zukunft die Treue hält. Zum Leidwesen der Telekom-Asse. «Erik Zabel und ich hatten uns für einen Wechsel stark gemacht, aber es hat nicht geklappt. Nun wird uns Jens das Leben im nächsten Jahr wieder schwer machen», meinte Ullrich.

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