Zitat der Woche:
"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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19.08.2001 - Hamburg (dpa) - Telekom-Manager Walter Godefroot glaubt, das Erfolgsrezept gegen das Phänomen Lance Armstrong gefunden zu haben. Der Chef des vierfachen Tour-Zweiten Jan Ullrich, der in diesem Jahr in Frankreich gegen den Texaner zum zweiten Mal in Folge den Kürzeren zog, schwört auf die «italienische Methode», die schon seit Jahrzehnten im Radsport Erfolg verspreche.
«Wenn du nicht trainierst, musst du hungrig vom Tisch aufstehen, wer wenig trainiert, muss wenig essen, und wer gut trainiert, kann gut essen», sagte Godefroot und spielte damit auf die seit 1997 in jedem Winter und Frühjahr wiederkehrenden Gewichtsprobleme des Olympiasiegers an, die womöglich noch größere Erfolge verhindern. Ullrich verbrauche zu viel Energie, um zum Tourstart sein optimales Wettkampfgewicht in relativ kurzer Zeit zu bringen. Godefroot: «Ullrich muss so trainieren wie Armstrong, dann kann er ihn schlagen.»
Im kommenden Jahr wird der 27-jährige Telekom-Kapitän den nächsten Anlauf unternehmen, seinen Toursieg von 1997 zu wiederholen. Dafür wurden schon früh die Weichen gestellt. Sein alter Heimtrainer aus DDR-Zeiten, Peter Becker (Berlin), wird durch die Auflösung des 13-köpfigen Telekom-Nachwuchsteams wieder exklusiver Ullrich-Betreuer werden - quasi rund um die Uhr.
Die Vorbereitung auf die neue Saison soll wieder in Südafrika und Mallorca beginnen. Alternativ böte sich laut Teamarzt und Trainings-Analytiker Lothar Heinrich auch Zypern an. Der Mediziner aus Freiburg sieht mehrere Ansatzmöglichkeiten, um Ullrich, der in diesem Jahr mit optimalem Gewicht in die Tour gegangen war, noch besser auf Trab zu bringen: «Die Vorbereitung war diesmal gut, aber sie ist immer noch zu verbessern.»
Ullrich stillte seinen Hunger nach Siegen zurzeit bei Kriterien in Kassel, Dortmund und Hannover bisher nach der Devise: «Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.» Der große Wurf fehlt noch. Vielleicht gelingt er im Oktober bei den Weltmeisterschaften in Lissabon. «Wenn seine Form bis dahin hält, hätte er bei der anspruchsvollen Strecke sicher große Chancen», meinte Heinrich.
In der Vorbereitung könnten sich die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt (19.-23. September) oder Rennen in Italien anbieten. Auf jeden Fall verzichtet der Vuelta-Sieger von 1999 auf die diesjährige Spanien- Rundfahrt, bei der auch Armstrong nicht am Start sein wird. Der zweifache Toursieger will beim nächsten Weltcup-Rennen in Zürich am kommenden Sonntag seinen Saisonausstand geben.
Das bisher noch 25 Fahrer starke Telekom-Team wird in der nächsten Saison abgespeckt. Die Italiener Alberto Elli und Roberto Sgambelluri verändern sich, was angeblich nichts mit ihren augenblicklichen Doping-Verwicklungen zu tun hat. Außerdem gehen Giovanni Lombardi (Italien), Gerhard Trampusch (Österreich), Alexander Misurow (Kasachstan) und eventuell Ralf Grabsch (Wittenberg). «Wir halten noch einen Platz offen, aber wahrscheinlich holen wir keinen Neuen. Kiwilew, Voigt und Gontschar haben wir nicht bekommen», sagte Godefroot.
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