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28.09.2000 - Sydney (dpa) - Kosten und Mühen wurden nicht gescheut. Hinter dem überragenden Erfolg der deutschen Straßen-Mannschaft in Sydney steckt Geld und Know-how des größten deutschen Profi-Rennstalls Telekom. Die Strategie gab den Machern aus Bonn, die ihr Team im Jahr mit rund 20 Millionen Mark finanzieren, recht: Den Medaillenkuchen teilten sich mit Jan Ullrich (Merdingen), Alexander Winokurow und Andreas Klöden (Berlin) ausschließlich Angestellte des Hauses.
Da störte es nicht weiter, dass der Silbermedaillen-Gewinner das Trikot Kasachstans trug.
Die strapaziöse Anreise durften die Profis - auch der Berliner Jens Voigt, der als einziger in der fünfköpfigen Mannschaft fürs Fahren kein Geld aus Bonn bekommt - in der Business-Klasse verbringen. Kurz danach wurden auch die Ehefrauen und Begleiterinnen der radelnden Topangestellten auf Kosten des Telekommunikators eingeflogen und sehr nobel auf der MS Deutschland untergebracht.
«Dreamteam» Telekom ist ein Team im deutschen Team. Es hat die Gesetzte des Profi-Radsports auch in die olympische Arena getragen. Es harmonierte am Mittwoch auf allen Gebieten. Die Teamchefs Walter Godefroot und Rudy Pevenage unterstützten den als offiziellen Trainer des Verbandes fungierenden Mario Kummer (Arbeitgeber: Telekom). Mannschaftsarzt Lothar Heinrich saß auf der Pressetribüne und gab die Abstände durch.
Die «besseren Hälften» der Fünf standen am Straßenrand und gaben Fähnchen schwingend moralische Rückendeckung. Ullrich fand sogar Zeit, auf den 14 Runden mehrmals hinüber zu winken. Dass der Transport nach dem Rennen zurück zur MS Deutschland nicht so reibungslos klappte, konnten die Damen sicher verschmerzen. «Geld zum Zahlen haben wir ja, aber keine Taxe», sagte Frau Aldag. Zum Empfang am Abend in der «Pool-Bar» waren aber alle rechtzeitig vor Ort. Die Fahrer waren angehalten worden, Badesachen mitzubringen.
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