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24.08.2001 -
Berlin/Zürich (dpa) - Jan Ullrich hat Heißhunger auf seinen ersten Weltcup-Sieg, der gleichzeitig der erste internationale Erfolg dieser Saison wäre. In Zürich soll es für den 27-jährigen Olympiasieger, der noch immer in Tour-Form fährt, endlich so weit sein.
«Nach zwei zweiten Plätzen 1997 hinter Rebellin und im Vorjahr hinter Dufaux will ich endlich aufs oberste Treppchen», sagte Ullrich, der bei der Coppa Agostini und der Coppa Bernocchi in Italien für das achte von zehn Weltcup-Rennen ausgiebig übte.
«Das Rennen in Zürich so knapp nach der Tour liegt mir», meinte Ullrich, dessen möglicher Sieg nach 248,5 km auch gleichbedeutend mit einem kleinen Trostpflaster wäre. Denn zu den Geschlagenen würde dann auch der dreimalige Toursieger Lance Armstrong gehören, der Ullrich im Juli in Frankreich die zweite schmerzliche Niederlage in Folge zufügte und am Sonntag nach ausgiebigem Feiern seinen Saison-Ausstand geben will. Der Texaner zählt aber keineswegs zu den großen Favoriten in Zürich.
Neben Ullrich gelten besonders sein Bezwinger vom Mittwoch, Francesco Casagrande (Italien), der Schweizer Ex-Weltmeister Oscar Camenzind und Weltcup-Spitzenreiter Erik Dekker (Niederlande) zu den Sieg-Anwärtern. Der einzige zweifache Sieger von diesjährigen Weltcup-Rennen, Erik Zabel (Unna), legt nach seinem Hamburger Erfolg diesmal eine kleine Pause ein. Ambitionen auf die Verteidigung des Gesamtsieges hat der 31-Jährige ohnehin nicht mehr. Der vierfache Gewinner von Mailand - San Remo will nur noch ein Mal, am 7. Oktober bei Paris - Tours, in den Weltcup eingreifen.
Nach Zürich will Ullrich Kurs auf die WM im Oktober in Lissabon nehmen. Über die Saison-Vorbereitungen für 2002 macht er sich jetzt noch keine Gedanken. Dafür andere: Sein Team-Manager Walter Godefroot mahnte in Hamburg vorsichtig Einsicht an, den Ernährungsplan in wettkampflosen Zeiten vielleicht doch einmal zu überdenken. Fast in jedem Frühjahr plagen Ullrich erhebliche Gewichtsprobleme, deren zu kurzfristige Regulierung laut Godefroot zu viel Energie verbrauche, um einem Trainingsbesessenen wie Armstrong bei der Tour wirklich Paroli bieten zu können.
Der gleichen Ansicht wie Godefroot ist ein weiterer Rennfahrer- Rentner. Der zweifache Toursieger Bernard Thevenet, seit Jahren Tour- Kommentator des französischen Fernsehens, empfiehlt Ullrich ebenfalls einen langsameren Formaufbau. «Jetzt ist er doch in fantastischer Form. Er muss das langsamer machen und schon im Mai ganz gut in Form sein. Dann kann er langsam forcieren oder drosseln, wie das Armstrong tut», meinte der Franzose aus der Thurau-Ära.
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