Ullrich wieder Zweiter in Zürich - Bettini gewinnt

26.08.2001  | 

Zürich (dpa) - Jan Ullrich (Merdingen) wartet weiter auf den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere. Der 27 Jahre alte Olympiasieger scheiterte beim achten von zehn Weltpokal-Rennen in Zürich abermals. Den Sieg holte sich nach 248,4 Kilometern der Italiener Paolo Bettini.

Zum dritten Mal nach 1997 und 2000 blieb Ullrich nur der undankbare zweite Rang in einer vierköpfigen Spitzengruppe, die sich 17 Km vor dem Ziel gebildet hatte.

Jetzt konzentriert sich Ullrich, der sich viel vorgenommen hatte, auf die Weltmeisterschaften im Oktober in Lissabon. Zum Saisonende will der vierfache Tourzweite dann endlich seinen ersten diesjährigen Sieg internationaler Güte unter Dach und Fach bringen. Bisher glänzte Ullrich, der im Juli bei der Tour Lance Armstrong zum zweiten Mal nacheinander unterlag, nur mit Siegen bei einer Hand voll einheimischer Kriterien. Der Texaner gab auf.

Bettinis Sieg vor Ullrich und dem Coast-Fahrer Fernando Escartin (Spanien), der sich in Vuelta-Topform präsentierte, hatte keine Auswirkung auf die Weltcup-Zwischenwertung, die nach wie vor der Niederländer Erik Dekker anführt. Erik Zabel (Unna), vor einer Woche Sieger beim Weltcup-Rennen in Hamburg, war in Zürich nicht am Start, Dekker wurde Fünfter und sammelte weiter kräftig Punkte, so dass ihm der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen sein dürfte.

«Natürlich ärgere ich mich, dass es wieder nur zum zweiten Platz gereicht hat. Es war heute ein sehr schweres Rennen. Ich habe versucht, Bettini an den letzten Anstiegen abzuhängen, weil ich wusste, wie spurtstark er ist. Irgendwann wird mir hier der Sieg schon Mal glücken», sagte Ullrich, der die erste große Wut bei der Siegerehrung schon wieder herunter geschluckt hatte. «Bei dieser Konstellation der Einfahrt auf die Zielgerade konnte man nur hoffen», meinte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage.

Lange hatte Ullrichs treuer Helfer Udo Bölts (Heltersberg) das Rennen über den schwierigen Parcours bestimmt. Zusammen mit weiteren Fahrern war der Telekom-Routinier am Anfang der zweiten von sechs Runden ausgerissen. Wenig später fuhr Bölts zusammen mit dem Polen Pjotr Przydzial allein an der Spitze und hatte teilweise über acht Minuten Vorsprung. Aber damit wollte er eher Entlastung für seinen Kapitän schaffen, als eigene Chancen nutzen.

Anfang der vorletzten Runde wurden Bölts und sein Mitstreiter von einem ersten, 17 Fahrer starken Verfolgerfeld mit Ullrich an der Spitze gestellt. Diese Spitzengruppe zersplitterte, bis sich die entscheidenden vier stärksten Fahrer im Finale zusammengefunden hatten. Ullrich versuchte immer wieder durch Attacken weg zu kommen. Doch die Konkurrenz passte auf und hoffte auf die Spurtschwächen des Telekom-Kapitäns. Diese Rechnung ging für Bettini auf.

Das Duell mit dem dreifachen Toursieger Armstrong, von dem besonders Ullrich («Er kommt, um zu gewinnen») viel erwartet hatte, dauerte nur rund eine Stunde. Der Texaner stieg bei seinem letzten großen Saison-Auftritt in der ersten Runde vom Rad.

Ein Riesenfeld von 189 Fahrern war auf die sechs Runden a 41,4 km gegangen. Obwohl erst um 11.25 Uhr gestartet wurde, mussten 36 Fahrer aus sechs Teams schon vor 0700 Uhr aus den Federn, um sich der Blutkontrolle zu stellen. Die Ärzte des Weltverbandes UCI hatten keine Beanstandungen - alle Fahrer konnten starten.

Der 7. Oktober (Paris-Tours) ist der nächste und vorletzte Weltcup-Termin. Dort hat Zabel wieder einen Start ins Auge gefasst.

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