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18.09.2001 -
Bad Marienberg (dpa) - Die Rheinland-Pfalz-Radrundfahrt soll für Jan Ullrich ein Meilenstein auf dem Weg zur Weltmeisterschaft am 14. Oktober in Lissabon sein. Der Olympiasieger von Sydney will auf der 862 km langen Rundfahrt mit Start und Ziel in Bad Marienberg seine Form auf den Punkt bringen.
«In Lissabon will ich auf Sieg fahren», kündigte der 27-Jährige vor dem Start sein großes Ziel für diesen Herbst an. Nach acht weniger bedeutenden Siegen bei nationalen Rennen fehlt Ullrich in diesem Jahr noch ein Erfolg, der seinem Rang gerecht wird.
Der hügelige Kurs mit teils giftigen Anstiegen in Rheinland-Pfalz passt Ullrich vom Profil her exakt in die Vorbereitung auf den WM- Parcours in Lissabon. Besser jedenfalls als die Spanien-Rundfahrt, die der Zweite der diesjährigen Tour de France 1999 gewann und 2000 wegen Olympia vorzeitig abbrach. «Drei große Rundfahrten in einer Saison wären zu viel, in Spanien könnte ich keine Form aufbauen, sondern nur verlieren», erläuterte Ullrich seine Vorbereitungs- Konzepte. Zur Tour-Vorbereitung war der Telekom-Kapitän zum ersten Mal den Giro d`Italia gefahren.
«Ich denke, er wird in Rheinland-Pfalz auf Sieg fahren», mutmaßt auch Telekom-Urgestein Udo Bölts, durch dessen Heimatort Heltersberg die Rundfahrt auf der dritten Etappe rollt. «Jan ist in einer bestechenden Form. Ich glaube, dass ihn auch das mit Regen und Kälte vorhergesagte Wetter nicht stoppen kann. Er ist in so guter Verfassung - er fährt durch», sagte der 35-jährige Pfälzer, der sich selbst für seinen «Ritt durch die Heimat» viel vorgenommen hat: «Vieles entscheidet sich schon am ersten Tag. Es wird keine Rundfahrt für Sprinter.» Bölts prophezeit auf der Schleife durch den Westerwald ohne Zeitfahr-Etappe einen «enorm spannenden» Rennverlauf.
Auf einen Zweikampf legt es Rabobank gegen das Team Telekom mit Ullrich, Bölts, Alexander Winokurow, Andreas Klöden, Steffen Wesemann, Matthias Kessler, Ralf Grabsch und Torsten Hiekmann an. An der Spitze fährt der zweifache Rundfahrt-Sieger der beiden vergangenen Jahren, Marc Wauters (Belgien), mit dem Spitzenreiter im Weltcup, Erik Dekker (Niederlande). Zum Favoritenkreis unter den 15 Achter-Teams zählt auch Team Fakta mit dem Australier Scott Sunderland oder eine der vier deutschen Mannschaften Team Coast, Team Nürnberger, Team Cologne und Grolsteiner. Mit «zweiten Garnituren» starten Mapei-Quickstep und Lotto-Adecco, die gut genug sind für Etappensiege.
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