Profi-Radsport

Sevilla vor der Meisterprüfung - Godefroot: Noch Zabel-Chancen

23.09.2001 -

Alicante (dpa) - Die 56. Spanien-Rundfahrt wird zum Zweikampf zwischen den einheimischen Profis Oscar Sevilla und Angel Casero. Der 24-jährige Sevilla kam dem Gesamtsieg bei der Vuelta, die in die letzte Woche geht, zwar einen kleinen Schritt näher. Der beste Nachwuchsfahrer der vergangenen Tour de France büßte auf der vorletzten Bergetappe aber Terrain ein.

Als Sechster verlor Sevilla im Tagesklassement 18 Sekunden auf seinen Verfolger Casero, der jetzt nur noch 25 Sekunden zurück liegt. Trotzdem konnte Sevilla seine Führung im Gesamtklassement nach 207,2 km behaupten.

Tagessieger wurde überraschend der Däne Klaus Möller, nachdem am Vortag in Vinaros der Spanier Juan-Manuel Garate gewonnen hatte. Telekom-Fahrer spielen in der Gesamtwertung keine Rolle. Dafür sind die Flachetappen von den Erfolgen des nimmermüden Erik Zabel (Unna) geprägt, der auf der längsten Vuelta-Etappe 24 Stunden vor dem zweiten Ruhetag keine Rolle spielte.

Nach Meinung seines Team-Managers Walter Godefroot hat Zabel zumindest auf den Etappen 16 bis 19 noch einmal Chancen, in Massensprints seinen vierten Tageserfolg zu landen. Godefroot hat keine Bedenken, dass Zabel seine seit Februar auf Hochtouren laufende Saison weiter ausdehnen will und Jan Ullrich (Merdingen) bei der WM am 14. Oktober in Lissabon noch helfen will. «Der Erik kann das. Der wird nicht müde. Ich glaube aber, dass er nur als Helfer zur Verfügung stehen wird und nehme kaum an, dass es eine Rennkonstellation geben könnte, in der Erik auf diesem schweren WM- Parcours auch um den Titel fahren könnte», sagte Godefroot

Die Ankunft auf dem Alto de Aitana war hinter Möller von den spanischen Kletterkünstlern geprägt. Nachdem der zweitägige Spitzenreiter und Tour-Dritte Joseba Beloki am Freitag ausgestiegen war, streckte mit Igor Gonzalez de Galdeano am Sonntag auch ein weiterer als Mitfavorit gestarteter Fahrer die Waffen. Ihn plagte wie Beloki eine Virus-Infektion. Gar nicht zurecht kam diesmal der bisherige dreimalige Etappengewinner Jose-Miguel Jimenenz (Spanier), der vor Zabel auch die Punktwertung anführt. Der Bergspezialist ging auf dem steilen Alto de Aitana k.o. und verlor fast 12 Minuten.

Die Vuelta wird mit der 16. Etappe von Alcio nach Murcia über 153 Kilometer fortgesetzt. Das Finale der Spanien-Rundfahrt bildet diesmal am nächsten ein Einzelzeitfahren über 38 km in Madrid. So hat Erik Zabel in Guadalajara die letzte Chance auf einen weiteren Etappensieg. Eine Woche nach dem Ende der Vuelta steht für den 31-jährigen Berliner das vorletzte Weltcup-Rennen Paris-Tours auf dem Programm.

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