Profi-Radsport

Silber und Bronze für Verfolger Lehmann und Steinweg

27.09.2001 - Antwerpen (dpa) - Mit einer Silbermedaille und ein Mal Bronze haben die deutschen Bahnfahrer am zweiten Tag der Weltmeisterschaft in Antwerpen erneut einen Sieg verpasst. Titelverteidiger Jens Lehmann unterlag in der Einzelverfolgung allerdings erst nach einem packenden Finale.

Über 4 000 m wurde der 33-jährige Profi vom Team Nürnberger von seinem Kontrahenten Alexander Simonenko aus der Ukraine nach dreieinhalb Kilometern eingeholt. Bronze ging an Stefan Steinweg aus Böhl-Iggelheim. Der 32-jährige Vorjahres-Zweite bezwang den Franzosen Jerome Neuville. Steinweg lag von Beginn an in Führung und nahm mit 4:32:448 Minuten dem Franzosen (4:36,576) fast eine Viertelrunde ab.

Im Olympischen Sprint kam für Eyk Pokorny, Sören Lausberg (beide Berlin) und Stefan Nimke (Schwerin) im Halbfinale das Aus, als sie den im Vorjahr Zweitplatzierten Engländern unterlagen. Für die ambitionierten Deutschen blieb nur Platz fünf. Insgesamt hat das deutsche Team bei der Veranstaltung in Belgien nach drei Entscheidungen nun zwei Silber- und eine Bronzemedaille auf dem Konto. Nicht zu schlagen war erneut Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich, das zum fünften Mal in Folge Weltmeister wurde. Mit Arnaud Tournant gewann der Sieger der 1 000-m-Entscheidung vom Vortag seine zweite Goldmedaille. Silber ging an Australien, die Briten kamen diesmal auf Platz drei.

Im Verfolgerfinale unterstrich Simonenko, nachdem er schon in der Qualifikation und im Halbfinale für das beste Resultat gesorgt hatte, klar seinen Favoritenrolle. Auch Jens Lehmann war gewarnt: «Ich wusste von den beiden vorangegangenen Läufen, dass der letzte Kilometer den Ausschlag geben kann. Bis dahin waren die Kurven unseres Rennverlaufs immer identisch. Diesmal kam alles anders, ich hatte keine Chance. Jetzt kann ich mich noch einmal voll auf den Vierer konzentrieren.»

Bereits am Morgen war der Leipziger als Motor des Vierers auf der Bahn, der sicher das Halbfinale erreicht hat. Lehmann, der eigentlich für das Einzelfinale geschont werden sollte, hatte auf dem Einsatz bestanden. Sein Nürnberger Teamkamerad Thomas Liese beendete nach 12- jähriger Bahn-Abstinenz seinen WM-Ausflug bei den Bahn-Verfolgern auf Platz sechs.

In der Einzelverfolgung der Frauen reichte es für die Frankfurterin Christina Becker nur zu Rang zwölf. Mit Abstand Schnellste war die dreimalige Olympiasiegerin von Sydney, Leontien Zijlaard-van Moorsel (Niederlande), die im Finale auf die Russin Olga Sljussarjowa treffen wird.

Für die deutschen Sprinterinnen kam im Viertelfinale das Aus. Die Deutsche Meisterin Katrin Meinke kam trotz couragierten Fahrens gegen die Ukrainerin Irina Janowitsch in zwei Läufen nicht zum Zuge. Ihre Cottbuser Mannschaftskameradin Susann Panzer zwang die Amerikanerin Tammy Thomas immerhin zu drei Läufen. «Unser Minimalziel war das Viertelfinale, zumindest das hat geklappt», sagte sie. Beide Frauen- Entscheidungen stehen am Freitag an.

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