Profi-Radsport

Giro-Sieger gewinnt 20. Etappe der Vuelta

29.09.2001 -

Alto de Abantos (dpa) - Die 56. Spanien-Rundfahrt bleibt bis zum Finale spannend. Vor dem abschließenden Einzelzeitfahren über 38 km in Madrid führt das Geburtstagkind Oscar Sevilla (Spanien) die Gesamtwertung weiter mit 25 Sekunden vor seinem Landsmann Angel Casero an. Er verpasste es, den Abstand zu vergrößern, so dass sein Gesamtsieg gegen den stärkeren Zeitfahrer Casero am seidenen Faden hängt.

Die 20. und vorletzte Etappe von Guadelajara auf den Alto de Abantos über 181,3 km gewann Gilberto Simoni (Italien), der im Juni den Giro d`Italia gewonnen hatte. Zweiter wurde der Spanier Jose- Maria Jimenez, der seinen vierten Etappensieg verpasste, sich aber die Spitze in der Punktwertung von Erik Zabel (Unna) zurück holte. An der Spitze dieser Wertung wird auch das abschließende Zeitfahren nichts mehr ändern.

Hinter dem Spitzenduo auf dem Alto de Abantos lieferten sich auf den letzten Kilometern der 25-jährige Sevilla und Casero ein hartes Duell. Der diesjährige Sieger der Tour-Nachwuchs-Wertung versuchte, sich von Casero abzusetzen. Aber Casero hielt dagegen und schuf sich so für Sonntag die beste Ausgangsposition.

Die vorletzte Vuelta-Etappe galt als die wahrscheinlich schwerste der gesamten Tour. Der gefürchtete Alto de Abantos musste zwei Mal, nach 132 km und im Finale, bezwungen werden. Der Anstieg auf 1707 Meter begann mit 18 Steigungsprozenten, durchschnittlich waren auf 14,6 km elf Prozent zu meistern. Bei der ersten Passage des Alto de Abantos hatte sich aus einer Spitzengruppe der Baske Mikel Zarrabeitia abgesetzt. Der Once-Fahrer wurde aber vor dem letzten Anstieg wieder gestellt. Zu diesem Zeitpunkt begann das mit Spannung erwartete direkte Duell der Kandidaten für den Gesamterfolg, Sevilla, Casero und Vorjahressieger Heras, der später zurückfiel.

Telekom-Fahrer spielten zu diesem Zeitpunkt längst kein Rolle mehr. In der Flachpassage nach dem Start hatte sich noch ein Mal Zabel in Szene gesetzt und den ersten Zwischensprint in Torrelaguna gewonnen. Damit konnte sich der dreifache Etappengewinner in der Punktwertung an der Spitze zwischenzeitlich weiter absetzen, allerdings holte sich Jimenez, auch Gewinner der Bergwertung, das Trikot zurück. Am Finaltag können beide nicht mehr punkten.

Anders als beim Giro d`Italia oder bei der Tour de France ist die letzten Vuelta-Etappe alles andere als ein Schaulaufen für den bereits feststehenden Gesamtsieger. Im 38 km langen finalen Einzelzeitfahren in Madrid kann das Gesamtklassement an der Spitze am Sonntag noch ein Mal umgekrempelt werden.

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