Profi-Radsport

Zabel stellt WM-Start in Frage

30.09.2001 -

Madrid (dpa) - Erik Zabel (Unna) hat vor dem Ende der 56. Spanien-Rundfahrt seinen Start bei der Weltmeisterschaft am 14. Oktober in Lissabon in Frage gestellt.

«Ich hatte gesagt, wenn gar keiner mehr da ist, der Jan Ullrich hilft, fahre ich. Das ist jetzt aber ein bisschen schwierig, weil ich auch bei meinem Sohn im Wort bin, mit ihm in den Schulferien den Urlaub zu verbringen. Der WM-Kurs hat auf jeder Runde zwei Berge, insgesamt sind 4000 Höhenmeter zu bewältigen. Was bringt es, wenn ich mit Ach und Krach vielleicht 20. werden und Jan auf den ersten 100 Kilometern helfen könnte», sagte Zabel, der mit 28 Saisonsiegen auf die erfolgreichste Saison seiner Karriere zurückblicken kann.

Nur «wenn alle Stränge reißen», wäre Zabel bereit, seine Saison noch bis in den Oktober zu verlängern. «Wenn mich mein Chef Walter Godefroot anruft, oder Jan mich bittet, und sie sagen: Wir brauchen Dich, würde ich fahren», sagte Zabel, der am liebsten nach dem vorletzten Weltcup-Rennen am 7. Oktober (Paris-Tours) einen Schlussstrich unter das Wettkampf-Jahr 2001 ziehen würde. Bei seinem zweiten Vuelta-Start in Spanien gewann der 31-jährige Berliner drei Etappen und damit genau so viel wie bei der diesjährigen Tour de France.

«Die Chancen, dass Erik die WM fährt, stehen 50:50. Das ist jetzt ganz allein seine Entscheidung. Wenn es so wie in Sydney laufen würde, könnte er sicher eine große Hilfe sein für Jan und hätte dann im Finale theoretisch auch noch eine Sieg-Chance, wenn eine große Gruppe ankommt. Aber jeder hätte Verständnis dafür, wenn sich Erik nach dieser Saison nach Paris-Tours in den Urlaub verabschiedet», sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage. Der Belgier betreut Ullrich bei dessen WM-Vorbereitungs-Programm in Italien, wo der Olympiasieger bei der Emilia-Rundfahrt am Samstag nach 199 km seinen ersten diesjährigen Sieg im Ausland errungen hatte.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hatte Zabel in der Vorwoche in den vorläufigen 18-köpfigen WM-Kader berufen. 12 Fahrer sind startberechtigt.

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