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Zitat der Woche:
"Ich habe mich verpflichtet, für den Besten zu fahren. "
(Lance Armstrong zu seinem Start bei der Tour de France 2009)
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30.09.2000 - Sydney (dpa) - Nur acht Sekunden fehlten dem «Goldjungen» Jan Ullrich am Samstag in Sydney an seinem zweiten Olympiasieg. Drei Tage nach seinem Triumph im Straßenrennen musste der 26-jährige im 46,8 Km-Einzelzeitfahren mit der Silbermedaille zufrieden sein.
Ullrich beherrschte zwar seinen Tour-de-France-Bezwinger Lance Armstrong (USA) souverän, hatte aber nicht mit dessen Teamkollegen Wjatscheslaw Jekimow gerechnet. Der Russe, 1988 mit dem Bahnvierer Olympiasieger, holte überraschend in 57:40 Minuten Gold. Damit trat der 34-jährige, der von wechselnden Windverhältnissen profitierte, die Nachfolge Miguel Indurains an, der 1996 erster Olympiasieger im Zeitfahren war.
Für Armstrong, beim Straßenrennen 13., blieb nach einem spannenden Rennen, bei dem sich die beiden Topfavoriten 35 Km lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, nur die Bronzemedaille. Er verlor auf seinen sonstigen Helfer in der US-Postal-Mannschaft 34 Sekunden. Der zweite deutsche Starter, Andreas Klöden aus Berlin, wurde mit 1:53 Minuten Rückstand Zwölfter. Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte Ullrich die Bestzeit, dann musste er seinem hohen Tempo in der letzten von drei Runden offensichtlich Tribut zollen. Bei Halbzeit hatte Armstrong, in dessen Team die «Gewaltenteilung» nicht so gut klappte wie bei Telekom am Mittwoch, noch eine Sekunde vor Ullrich gelegen.
Ullrich, der am Montag zurückreist und dann die WM ab 12. Oktober in Plouay/Frankreich anpeilt, freute sich ehrlich auch über den zweiten Platz: «Ich bin mit meiner ersten Olympia-Teilnahme total happy. Ich hätte heute gar nicht mehr mit einer Medaille gerechnet, weil es unheimlich schwer war, nach dem Straßenrennen noch die Spannung zu halten». Das Zeitfahren sei «zum Duell Ullrich gegen Armstrong hochgepeitscht» worden, sagte der Weltmeister in dieser Disziplin. «Aber ein Tageszeitfahren ist nicht mit einem Zeitfahren in einer Rundfahrt zu vergleichen». Armstrong hatte Ullrich bei der Tour zwei Mal im Kampf gegen die Uhr geschlagen.
«Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich freue mich auch für Jekimow. Ich weiß nicht, woran es heute lag. Ich fühlte mich gut, hatte keine Probleme mit meinem verletzten Nacken oder mit dem Wind. Ich habe mein Bestes gegeben und zwei Jungs waren eben besser», sagte Armstrong. Mit Olympia hat der Texaner offensichtlich abgeschlossen: «Das war meine dritte Teilnahme und ich glaube, meine letzte». Jekimow, Tour-Etappengewinner in Macon, signalisierte seinen WM-Verzicht.
«Gold und Silber - besser hätte es gar nicht laufen können. Wir sind sehr zufrieden», zog Telekom-Teamchef Rudy Pevenage Olympia- Bilanz aus seiner Sicht. Dem starken Wind zum Schluss des Rennens gab er keine Schuld am überraschenden Ergebnis: «Das wäre eine Ausrede.» Glücklich konnte auch der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit seiner Sydney-Ausbeute sein, die die von Atlanta in den Schatten stellte. Drei Mal Gold, vier Mal Silber, drei Mal Bronze: Damit lag der BDR fast auf gleicher Höhe mit dem WM-Traumergebnis vom Vorjahr aus Berlin (3-4-4).
Leontien Zijlaard (Niederlande) holte sich zum Abschluss der Rad-Wettbewerbe ihren dritten Olympiasieg und wurde damit zur Gold- Lady von Sydney. Beim Zeitfahren über 31,2 Km war sie mit 42:00 Minuten nicht zu schlagen. Hanka Kupfernagel (Berlin), die im Straßenrennen Silber hinter Zijlaard geholt hatte, belegte mit 1:37 Minuten Rückstand Rang acht. Platz sieben sicherte sich Judith Arndt (Frankfurt/Oder/1:31). Silber ging an die Amerikanerin Mari Holden, Bronze an die «Grande Dame» des Radsports, Jeannie Longo (Frankreich).
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