Profi-Radsport

Fahnder durchsuchen Büro des Radsport-Verbandes in Rom

28.10.2001 - Rom (dpa) - Beamte der italienischen Drogenfahndungs-Behörde NAS haben Büros des italienischen Radsportverbandes in Rom durchsucht. Die Anordnung dazu hatte der Staatsanwalt von Florenz, Luigi Bocciolini, gegeben, der die Doping-Ermittlungen nach der Razzia beim vergangenen Giro d`Italia leitet. Das meldete der Internetanbieter «radsport-news» unter Berufung auf «italienische Justizkreise».

Die Carabinieri der NAS hätten Dokumente im Zusammenhang mit den laufenden Doping-Disziplinarverfahren gegen neun Fahrer, unter anderen gegen Dario Frigo und Daniele De Paoli (beide Italien) beschlagnahmt. Die beiden Radprofis waren für sechs Monate gesperrt worden, nachdem bei der umfangreichen Dopingrazzia während des Giro am 6. Juni verbotene Substanzen bei ihnen gefunden worden waren.

Im Zusammenhang mit der spektakulären Durchsuchungsaktion während des Giro in San Remo laufen gegen rund 80 Personen, darunter Pfleger, Teamleiter, Teamärzte und Radprofis, Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das italienische Anti-Dopinggesetz. Im Fadenkreuz der Justiz sind dabei auch die Telekomfahrer Jan Ullrich (Merdingen), Matthias Keßler (Nürnberg), Danilo Hondo (Cottbus), Roberto Sgambelluri und Alberto Elli (beide Italien), sowie der Ullrich-Pfleger Dieter Ruthenberg (Berlin) und Teamarzt Lothar Heinrich (Freiburg).

Ullrich, zurzeit im Urlaub in Bali, hatte während der WM in Lissabon erklärt, dass er nicht damit rechnet, nach Florenz vorgeladen zu werden. Der Zeitfahr-Weltmeister hatte einen italienischen Rechtsanwalt mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt. Bei Ullrich waren am 6. Juni ansonsten verbotene Kortekoide gefunden worden. Die Einnahme ist ihm aber zur Bekämpfung seines allergischen Asthmas gestattet und ärztlich attestiert waren.

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