Profi-Radsport

Telekom bei Flandern-Rundfahrt mit zwei Spitzen

05.04.2002 -

Berlin/Brügge (dpa) - Mit einer Doppelspitze will das Team Telekom bei der Flandern-Rundfahrt die Kreise der favorisierten Gastgeber stören. «Erik Zabel und Steffen Wesemann sind gleichberechtigte Kapitäne», kündigte Teamchef Rudy Pevenage vor dem zweiten Weltcup-Rennen der Saison an, wobei «gleichberechtigt» interpretierbar sein könnte.

Sollte Zabel, der nach seiner unglücklichen Niederlage von San Remo immer noch mit Wut im Bauch unterwegs ist, auf den 264 km zwischen Brügge und Meerbeke im Finale mit seinem Team-Kollegen gleichauf liegen, dürfte auch für Wesemann die Mannschafts-Hierarchie verpflichtend sein. Die selbe Taktik gilt auch eine Woche später beim großen Jubiläum «100 Jahre Paris-Roubaix».

«Peter van Petegem ist mein Top-Favorit. Das war eine Demonstration, was der hier gezeigt hat», meinte Pevenage nach dem Erfolg des 32-jährigen Belgiers (1999 Sieger in Flandern) beim Vorbereitungsrennen «Drei Tage von Panne». Diesem Aufgalopp blieb der Weltranglisten-Zweite Zabel fern und trainierte lieber zu Hause. Der Stachel von San Remo, wo ihm die Verwicklung in zwei Stürze einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, den Weltcup-Auftakt zum fünften Mal zu gewinnen, sitzt noch immer tief. «Erik ist heiß und seine Form top», sagte Telekom-Manager Walter Godefroot, der die Flandern-Rundfahrt 1968 und 1978 zwei Mal gewann.

Der zweite Kandidat neben van Petegem, der als Teamhelfer allerdings «Altmeister» Andrej Tschmil durch einen Sturz verloren hat, ist der 36-jährige Ex-Weltmeister Johan Museeuw. Der Belgier fährt seine letzte Saison und will mit Sieg Nummer 4 sogar Eddy Merckx, der die Flandern-Rundfahrt «nur» zwei Mal gewinnen konnte, weit hinter sich lassen. Auf die Frage, welchen der zwei Klassiker innerhalb von acht Tagen - Flandern-Rundfahrt oder Paris-Roubaix - er sich zutraut zu gewinnen, antwortete Museeuw in Panne: «Natürlich beide.» Aber auch der Amerikaner George Hincapie mit dem prominentesten aller Helfer, Tour-Sieger Lance Armstrong, ist zum Favoritenkreis zu rechnen, ebenso wie Michele Bartoli (Italien).

Zum ersten Mal nach 14 Jahren steht bei der «Ronde», die von hunderttausenden Fans in jedem Jahr zum Volksfest umgestaltet wird, wieder der (allerdings etwas entschärfte) Koppenberg im Profil. Die 22 prozentige Steigung über lediglich 550 m wurde 1987 gestrichen, nachdem ein Begleitfahrzeug den dänischen Profi Jesper Skippy fast überrollt hätte. Insgesamt sind in Flandern 16 Steigungen - zum großen Teil auf Kopfsteinpflaster-Passagen - zu meistern.

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