Profi-Radsport

Pantani ab Freitag wegen EPO-Vorwürfen vor Gericht

12.10.2000 -

Rom/Forli (dpa) - Der frühere Tour de France-Sieger Marco Pantani muss sich ab Freitag wegen des Vorwurfs des Blut-Dopings vor Gericht verantworten. In seiner Heimatstadt Forli steht der 30-Jährige, der am 5. Juni 1999 als Spitzenreiter vom Giro d`Italia wegen erhöhter Blutwerte ausgeschlossen worden war, als erster italienischer Radprofi vor Gericht.

Nach Ansicht vor Richter Michele Leoni reicht das bislang von den Staatsanwälten gesammelte Beweismaterial, um gegen Pantani ein Strafverfahren einzuleiten. Pantani, der stets seine Unschuld beteuert hat, droht eine Haftstrafe bis zu einem Jahr.

Laut Staatsanwaltschaft lag der Hämatokritwert Pantanis 1995 bei einer Beinoperation als Folge eines schweren Unfalls mit 60,1 Prozent weit über den erlaubten 50 Prozent, was als Indiz für Doping mit EPO gilt. Beim Giro 1999 soll Pantanis Hämatokritwert 52 Prozent betragen haben. Pantanis Verteidiger Gaetano Insolera erklärte, die Vorwürfe gegen Pantani seien «vollkommen unbegründet, aber in diesem Land wundert man sich über gar nichts mehr».