Profi-Radsport

Radler-Exot Kinjah aus Kenia auch als Letzter gefeiert

13.10.2000 -

Plouay (dpa) - Exoten aus Afrika machen derzeit Schlagzeilen im Sport. Wie der Schwimmer Eric Moussambani aus Äquatorial-Afrika bei den Olympischen Spielen Medien und Zuschauer als «langsamster Vorlaufsieger aller Zeiten» in Bann hielt, sorgte am Donnerstag beim Einzelzeitfahren der Elite ein 28-jähriger Radler aus Kenia für Aufmerksamkeit.

David Kinjah wurde in Plouay mit mehr als acht Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister Sergej Gontschar 41. - und damit Letzter beim Kampf gegen die Uhr. Aber er hatte die Aufmerksamkeit der Medien und der Zuschauer lange für sich.

Bereits als Zweiter ins Rennen gegangen, verblüffte der Nobody mit perfektem Material und unkonventioneller Fahrweise. Im Gegensatz zu allen anderen Akteuren wählte er am Start erst einmal des kleine Kettenblatt und fuhr die ersten Meter in Schlängellinien, weil ihm die Brille von der Nase gerutscht war. Der Kampf mit den Gläsern kostete so viel Aufmerksamkeit, dass der Kurs und das Tempo erst einmal nebensächlich waren. Das Fernsehen brachte Zeitlupenaufnahmen der Brillensuche.

Ausgerüstet worden ist der Kenianer von französischen Freunden, die Reise von Paris nach Plouay hatte das französische Rote Kreuz bezahlt. Allerdings legte Kinjah trotz des letzten Platzes eine respektable Durchschnitts-Geschwindigkeit von 44,364 km hin, die kaum ein Hobby-Fahrer schafft.