Profi-Radsport

Bartoli gewinnt 37. Amstel Gold Race

28.04.2002 -

Maastricht (dpa) - Zum ersten Mal seit 1999 blieb das Telekom- Team bei den ersten fünf Weltcup-Rennen der Saison ohne Sieg. Auch beim 37. Amstel Gold Race musste sich der Weltranglisten- Spitzenreiter und Mitfavorit Erik Zabel (Unna) beim Triumph Michele Bartolis nach 254 km mit dem achten Rang im geschlagenen Hauptfeld begnügen - genau wie Steffen Wesemann (Wolmirstedt).

Der Italiener vereitelte als Schnellster einer vierköpfigen Spitzengruppe den fest eingeplanten Heimsieg der Niederländer bei der Berg- und Talfahrt durch Südholland. Der große Pechvogel hieß Lance Armstrong. Der dreifache Toursieger aus Texas, durch eine leichte Magen- und Darminfektion geschwächt, wollte nach zweiten Plätzen 1999 und 2001 endlich mehr. Armstrong war im Finale in der vierköpfigen Kopfgruppe der aktivste und stärkste Fahrer, aber gegen die Übermacht der Fassa Bortolo-Mannschaft konnte auch er nichts ausrichten.

Er wurde hinter Bartoli sowie dessen Team- Kollegen Sergej Iwanow (Russland) und Michael Boogerd (Niederlande) Vierter. «Das war heute ein typisches Amstel Gold Race mit kaltem Mistwetter. Ich hatte in der entscheidenden Phase keine Chance, am Berg mit Bartoli und Armstrong mitzugehen und konnte bei diesem Rennverlauf eigentlich nur mitfahren», sagte Zabel, der in dieser Saison erst vier relativ geringwertige Erfolge verbuchte.

Im Spurt des Hauptfeldes musste er sich Doppel-Weltmeister Oscar Freire (Spanien) beugen. «Klier hatte Wesemann nach einem Schaden gerade wieder ans Feld gefahren, als Boogerd vorne Gas gab. Da konnte er nicht mehr mit», erklärte Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig, der das Rennen 1994 gewonnen hatte, den unerfreulichen Rennverlauf aus deutscher Sicht.

Die heiße Phase des Rennens hatte Boogerd mit seinem Angriff am Eylenbosweg-Berg begonnen. Armstrong und Bartoli folgten ihm und bildeten mit zwei weiteren Fahren eine Spitzengruppe, die die bereits über 200 Kilometer allein fahrende Spitze mit Stefan Kupfernagel (Leipzig) überholte. Innerhalb weniger Kilometer hatte die vierköpfige Spitzengruppe auf drei hintereinanderfolgenden Steigungen ihren Vorsprung in rasender Fahrt auf 45 Sekunden ausgebaut.

Wie so oft in dieser Saison hatte Telekom mit Pannen, Pech und Pleiten im ungünstigsten Moment zu kämpfen. Gerade als vorne die Post abging, hatte sich Wesemann nach einem Reifenschaden mühsam an die Spitze des Feldes gekämpft und konnte nicht mehr forcieren. Zabel war an den kleinen Anstiegen auch am Limit. Jetzt ruhen die großen Telekom-Hoffnungen auf dem 1. Mai bei «Rund um den Henninger Turm».

Thorsten Rund (Coast) aus Lübben und Kupfernagel (Phonak), in diesem Jahr schon öfter positiv aufgefallen, bestimmten am Anfang das Rennen. Zusammen mit vier weiteren Profis waren die beiden schon 14 km nach dem Start bei Regen und Kälte ausgerissen und hatten sich bis zu sechs Minuten Vorsprung erkämpft. Auf dem anspruchsvollen Parcours, auf dem Zabel vor zwei Jahren gewonnen hatte, war die Flucht der inzwischen aufgesplitterten Gruppe allerdings rund 40 km vor dem Ziel beendet.

Am Morgen vor dem Start hatte es Blutkontrollen bei verschiedenen Fahrern gegeben. Diesmal bekam auch Telekom und das US-Postal-Team Armstrongs Arzt-Besuch. Wie bei allen Weltcup-Rennen der Saison gab es keine Auffälligkeiten, alle Fahrer wurden zum Start zugelassen.

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