Profi-Radsport

Olympiasieger Bartko hakt WM ab

17.10.2000 -

Berlin (dpa) - Der zweifache Bahn-Olympiasieger Robert Bartko hat die Weltmeisterschaft in der kommenden Woche in Manchester abgehakt. Der 24-jährige Berliner bereitet sich stattdessen als Neoprofi auf die Sechstage-Rennen in Dortmund und München vor. Bartko hatte sich am Wochenende endgültig für eine Profikarriere im Team Telekom entschieden, nachdem er auch lange mit dem neuen Team Coast aus Wattenscheid verhandelt hatte.

«Ich habe ihm zu dem Schritt in das Telekom-Team geraten, auch wenn es im Vorfeld der Olympischen Spiele aus Bonn erst einmal eine Absage an Robert gegeben hatte», erklärte Bartko-Trainer Uwe Freese.

Das Bonner Vorzeige-Team hatte erst nach dem beeindruckenden Sydney-Auftritt des Bahn-Verfolgers die Wende vollzogen und die fast schon abgebrochenen Brücken wieder errichtet, nachdem Vorgespräche von Bartko mit dem vom Ex-DDR- und späteren Schweizer Auswahltrainer Wolfram Lindner geleiteten neuen Team bekannt geworden waren. «Es tut mir für Wolfram leid, und ich wünsche ihm auch alles Gute mit seiner Truppe. Aber Robert ist bei Telekom wohl doch besser aufgehoben. Hier stimmt das Umfeld, und vor allem, aus unserem Berliner Amateur-Team sind ja etliche Fahrer zu Telekom gegangen. Da kann sehr gut hier in Berlin das Heimtraining organisiert werden», schätzte Freese ein. Bartko hatte immer seine enge Bindung an Berlin betont. «Meine Freundin und mein Hund sind hier», so der gebürtige Potsdamer.

Noch während der Olympischen Spiele hieß es, Bartko habe beim Team Coast unterschrieben. Es wurde sogar über eine Gage von eine Viertelmillion Mark spekuliert. Das hatte den Jungstar und seine Berater verärgert. Deshalb ließ Bartko seine Unterschriftsfrist verstreichen, zumal Telekom-Vertreter in Sydney erneut den Kontakt zu ihm gesucht hatten. «Ich war mir mit Freese einig, wenn ein ordentliches Angebot einer erstklassigen Sportgruppe kommt, dann gehe ich auch dahin», erklärte Bartko.

Der fest geplante WM-Start (25. - 29. Oktober) in Manchester war durch die Vertrags-Verhandlungen nicht beeinträchtigt. Bartko hatte sich bei der Hessen-Rundfahrt eine starke Erkältung zugezogen und war ausgestiegen. «Robert hätte die Hessen-Rundfahrt beenden müssen, wenn er mit der guter Form zur WM fahren wollte. Er wäre nur gestartet, wenn er eine Chance auf den Sieg gehabt hätte. Wenn ein junger Mann vielleicht um sein erstes WM-Ticket kämpft, sieht das anders aus. Aber Robert hätte dort nur verloren.»

Der Bahnvierer mit Bartko, der in Sydney mit einem fantastischen Weltrekord von 3:59,710 Minuten Gold geholt hatte, wird nun von jungen Kräften verstärkt. Neben den Olympiasiegern Guido Fulst (Berlin), Daniel Becke (Erfurt) und Jens Lehmann (Leipzig) wird er durch die Thüringer Christian Bach und Sebastian Siedler ergänzt werden.

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