Profi-Radsport

Zukunft der Agro Adler ohne Kappes ungewiss

17.10.2000 - Berlin (dpa) - Der einzige Profi-Radrennstall aus dem deutschen Osten bangt nach dem Rauswurf seines Stars Andreas Kappes um das Bestehen. Die in Cottbus beheimateten Agro Adler Brandenburg gehen in dieser Woche nach dem erneuten Doping-Vergehen des Kölners in schwierige Verhandlungen mit künftigen Sponsoren.

Das Team war im vergangenen Jahr rund um den erfolgreichen Sechstage- und Etappenfahrer Kappes aufgebaut worden und hat nach der Vertrags- Lösung in der vergangenen Woche sein Zugpferd verloren.

Kappes war bei den deutschen Meisterschaften im Bahnradsport Anfang Juli zum zweiten Mal in seiner Laufbahn positiv getestet worden. Bereits 1997 war Kappes - damals noch in einem anderen Team - des Dopings überführt und für sechs Monate gesperrt worden. Eine erneute Sportgerichtsverhandlung steht noch aus.

Die Profi-Mannschaft der zweiten Kategorie aus Cottbus hatte bereits im vorigen Jahr durch einen spektakulären Dopingfall für Aufmerksamkeit gesorgt. Der viermalige Friedensfahrtsieger Uwe Ampler (Leipzig) war bei der Sachsen-Rundfahrt positiv. Das Team hatte sich damals wie jetzt auch im Fall Kappes sofort von dem Sportler getrennt. Der Image-Schaden aber war in beiden Fällen enorm. Sponsoren sind vorsichtig geworden, das Team musste viele Aktivitäten auf Sparflamme fahren. Erst vor vier Jahren war die Mannschaft mit großen Ambitionen ins Profi-Geschäft gestartet.

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