Profi-Radsport

Gerichtliches Nachspiel des Doping-Skandals der Tour 1998 beginnt

23.10.2000 -

Lille (dpa) - Zweieinhalb Jahre nach dem größten Doping-Skandal der Tour de France hat in Lille der Prozess gegen die zehn wichtigsten Protagonisten der Affäre begonnen. Bis zum 10. November müssen diese sich vor dem Strafgericht der nordfranzösischen Stadt vor allem wegen der Verstöße gegen das Arzneimittel-Gesetz verantworten.

Einziger Radprofi unter den Angeklagten ist der Franzose Richard Virenque (30), dem die Justiz die Mithilfe bei der Anstiftung zum illegalen Doping vorwirft. Virenque, der 1998 dem Festina-Team angehörte, das von der Tour wegen der bekannt gewordenen Doping-Praxis ausgeschlossen wurde, erschien als einer der ersten im Gerichtsgebäude. Rund 100 Journalisten sind zum Prozess akkreditiert.

Die Affäre, die die Tour de France im besonderen und den Profi- Radsport im allgemeinen in Misskredit gebracht und weit reichende Diskussionen über den Missbrauch von Medikamenten und Leistungs steigernder Mittel zur Folge hatte, war durch Virenques Pfleger Willy Voet ausgelöst worden, der ebenfalls vor Gericht steht. Der Belgier war an der Grenze zu Frankreich auf dem Weg zum Start der Rundfahrt mit einem Teamfahrzeug und dem Kofferraum voller Dopingmittel erwischt worden. Er hatte erstmals konkrete Hinweise auf eine organisierte Dopingpraxis im Profi-Radsport gegeben.

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