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24.10.2000 - Berlin (dpa) - Mit dem Rückenwind von Sydney rechnen sich Deutschlands Bahnradsportler gute Chancen bei den WM-Rennen in dieser Woche in Manchester aus. Die alte englische Industrie-Metropole mit ihrem modernen und schnellen Velodrom am Stadtrand war bereits vor vier Jahren ein gutes Pflaster für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR).
Nach der Olympia-Pleite von Atlanta begann hier der Wieder- Aufstieg, der vier Jahre später im Riesen-Erfolg von Sydney mit zwei Olympiasiegen sowie je zwei Silber- und Bronzemedaillen endete. Manchester markiert ab Mittwoch den ersten Schritt zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen.
Dem 17 Fahrer zählenden Aufgebot mit neun Sydney-Startern gehören zahlreiche Hoffnungsträger für Athen an. Vor allem bei den Verfolgern will Bundestrainer Bernd Dittert schnellstmöglich neue und junge Fahrer einbauen, nachdem mit Doppel-Olympiasieger Robert Bartko (Berlin - zu Telekom) und Daniel Becke (Erfurt - zu Coast) zwei Erfolgsgaranten im kommenden Jahr als Profi ihr Geld auf der Straße verdienen. Zudem musste Bartko nach einer Erkältung sein «Abschiedsrennen» bei einer WM absagen.
Nachrücker sind die jungen Thüringer Christian Bach (21) und Sebastian Siedler (22). Sie sollen an der Seite von Jens Lehmann (Leipzig), Guido Fulst (Berlin) und Daniel Becke ihre «Feuertaufe» bestehen. Im Einzel-Rennen kann der 32-jährige Lehmann, Zweiter von Sydney, seine schlechten Erinnerungen an Manchester tilgen. In Abwesenheit seines olympischen Final-Bezwingers Bartko könnte Lehmann mit dem zweiten Einzel-Titel nach 1991 der «große Wurf» gelingen. Vor vier Jahren war er in England bereits in der Qualifikation gescheitert, als ihn der spätere Weltmeister Chris Boardman bei einer Weltrekordfahrt fünf Meter vor der rettenden Marke einholte.
Auch bei den Sprintern ist mit dem Erfurter Matthias John (21) eine Nachwuchs-Hoffnung dabei. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall des Olympia-Zweiten im 1 000-m-Zeitfahren, Stefan Nimke (Schwerin), muss John die Rolle des «Anfahrers» beim Olympischen Sprint übernehmen. Hinzu kommen Jan van Eijden (Dudenhofen) und Sören Lausberg. Der Berliner Lausberg wird nach dem Ausfall von Nimke zum WM-Auftakt an diesem Mittwoch als einziger Deutscher im 1 000 m- Zeitfahren ins Rennen gehen. Der zweimalige Olympiasieger Jens Fiedler (Chemnitz) hat nach den nicht ganz befriedigenden drei Sydney-Rennen mit zwei Mal Bronze für die WM auf einen Start im Mannschaftswettbewerb Olympischer Sprint verzichtet. Er will sich auf die Titelverteidigung im Keirin konzentrieren und zudem im klassischen Sprint wieder eine Medaille holen.
Bei den Damen ruhen die Hoffnungen vor allem auf die frühere Verfolgungs-Weltmeisterin Judith Arndt (Frankfurt/Oder), die im kommenden Jahr gänzlich auf die Straße wechseln will.
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