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21.05.2002 -
Caserta (dpa) - Mario Cipollini feierte seinen dritten Etappensieg, und Jens Heppner hat sein Rosa Trikot beim 85. Giro d`Italia zum dritten Mal verteidigt. Dem 37-jährigen Thüringer, der in Italien einen erstaunlichen zweiten Radsport-Frühling erlebt, reichte im Ziel der 9. Etappe über 201 km von Tivoli nach Caserta ein Platz im Hauptfeld, um seine Führung souverän zu verteidigen.
Den Tagessieg auf der Flach-Etappe in Süditalien feierte wieder «Super-Mario» vor dem Australier Robbie McEwen, der dem Italiener den Sieg in Straßburg weggeschnappt hatte.
Der seit Jahren mit seiner Familie in Belgien lebende Heppner führt jetzt weiter mit 3:33 Minuten Vorsprung vor Stefano Garzelli. Der des Dopings verdächtigte Italiener dürfte allerdings nicht mehr am Start sein. Alles andere als eine Bestätigung der positiven A-Analyse auf das verbotene Probenecid wäre eine Sensation. Mit Bekanntgabe des Ergebnisses der B-Probe durch den Weltverband UCI wird in den Abendstunden gerechnet. Im Ziel wurde bekannt: Die beiden in Esch/Luxemburg und Straßburg genommenen Doping-Proben nach Garzellis positivem A-Befund von Lüttich waren negativ.
«Ich schwöre: Ich habe nicht gedopt und werde es nie tun», ließ Garzelli, Giro-Gewinner von 2000, am Dienstag noch ein Mal wissen. Der Mapei-Fahrer verbreitete schon am Start Abschieds-Stimmung. «Die Aufmunterungen der Fans vom Straßenrand haben mir in den bittersten Stunden meiner Karriere Mut gemacht», sagte Garzelli. Die «Gazzetta dello Sport» hatte unter Hinweis auf die bevorstehende Disqualifikation des Glatzkopfes mit den treuen Augen getitelt: «Der Prinz wird wieder zum Frosch».
«Ich rechne damit, dass Jens das Trikot noch ein paar Tage verteidigen kann», sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage. Richtig schwer in den Dolomiten wird es erst auf der 16. und 17. Etappe. Spätestens dann wird der General-Angriff des ewigen Giro-Pechvogels Francesco Casagrande oder der des Vorjahressiegers Gilberto Simoni (beide Italien) erwartet. Aber auch an den bisherigen Steigungen hat sich Heppner, der bei Telekom um einen Fortsetzungs-Vertrag für das nächste Jahr pokert, als schlauer Fuchs erwiesen und hatte keine Schwierigkeiten, mit den Besten mitzugehen.
Wie am Vortag der Coast-Fahrer Fabrizio Guidi hatte sein Landsmann Mariano Piccoli eine lange Flucht versucht. Der Italiener hatte nach 16 Kilometern attackiert. Als sich die Teams ernsthaft für ihre Sprinter an der Spitze des Feldes formierten, war sein couragierter Ausflug nach über 160 km Alleinfahrt beendet.
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