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"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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26.05.2002 - San Giacomo (dpa) - Vor dem Hintergrund der Doping-Skandale beim 85. Giro d`Italia rechnet Hein Verbruggen in Zukunft mit drogenfreien Topfahrern.
«Ich bin sicher, dass die nächsten Sieger der großen Länderrundfahrten, der Weltcup-Rennen und der Weltmeisterschaft absolut clean sein werden. In ihren Analysen werden null Medikamente festzustellen sein - null», sagte der Präsident des Internationalen Radsportverbandes UCI im Wochenend-Journal der französischen Sportzeitung «L`Equipe».
Verbruggen ist mit der Wirksamkeit der Doping-Kontrollen im Radsport zufrieden. Für die ertappten Doper beim Giro fand er harte Worte: «Das kotzt viele unschuldige Fahrer an. Diese Leute, die gegen das Reglement verstoßen, wissen nicht, was sie dem Metier und ihren Kollegen antun.»
Nachdem der Nachweis der dem EPO ähnelnden Substanz Darbopoietin bereits bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City zur Disqualifikation der Langläufer Johann Mühlegg und Larissa Lasutina geführt hatte, sind Experten optimistisch, Doping-Sündern bald gänzlich das Handwerk legen zu können. «Die Luft für die Sünder wird dünn. Ich bin überzeugt, dass wir bald soweit sind, um schon in kurzer Zeit alle verbotenen Substanzen nachzuweisen», erklärte Professor Klaus Müller, der Leiter des Antidoping-Labors in Kreischa, in einem Interview mit «Bild am Sonntag».
Müller fordert zudem eine konsequente Bestrafung von Ärzten, die Dopingmittel an Sportler verabreichen. Er ist aber auch davon überzeugt, dass Super-Stars wie Lance Armstrong und Jan Ullrich ohne verbotene Mittel auskommen: «Kaum ein Sportler auf der Welt musste sich wohl so oft Doping-Kontrollen unterziehen wie diese beiden Rennfahrer. Alle Proben waren bis jetzt negativ. Das spricht dafür, dass die Strapazen ohne Doping zu überstehen sind.»
Beim Russen Faat Zakirow und dem Italiener Roberto Sgambelluri ergaben am Wochenende auch die B-Proben positive Ergebnisse. Beiden Profis wurde der Gebrauch des Blutdoping-Mittels Darbopoietin nachgewiesen. Zakirow hatte bereits nach der 5. Etappe aufgegeben, dem frühere Telekom-Profi Sgambelluri war vor der 12. Etappe von der Rennleitung nahe gelegt worden, aus dem Giro auszusteigen. Zuvor waren bei der Italien-Rundfahrt bereits die beiden früheren Giro- Sieger Stefano Garzelli und Gilberto Simoni wegen positiver Doping- Befunde aus dem Rennen genommen worden.
Vorjahres-Sieger Simoni, der nach positiver A-Probe auf Druck der Veranstalter ausschied, musste sich am Wochenende den Fragen des Staatsanwalts stellen, nachdem bei einer Trainingskontrolle am 24. April Spuren von Kokain nachgewiesen worden waren. Bislang ist offen, ob das Beweismaterial ausreicht, um Anklage gegen die Italiener zu erheben.
Nach der jüngsten Kehrtwendung seiner Verteidiger sei nicht mehr allein die Betäubungsspritze eines Zahnarztes die Ursache seiner positiven A-Probe gewesen. Angeblich soll nun ein kurz danach eingenommener Tee bei der Schwester des früheren Giro-Siegers Francesco Moser Kokain beinhaltet haben.
Garzelli, der Sieger von 2000, war zuvor disqualifiziert worden, nachdem in A- und B-Probe das Mittel Probenicid nachgewiesen wurde, das zur Verschleierung von Doping-Präparaten geeignet ist.
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