Profi-Radsport

Zweiter Sieg für Zabel bei Deutschland-Tour

04.06.2002 -

Pforzheim (dpa) - Die Deutschland-Tour ist vorerst zur Ein-Mann-Show des Erik Zabel geworden. Nach seinem Sieg zum Auftakt in Tauberbischofsheim feierte der 31-jährige Berliner in Pforzheim seinen zweiten Tagessieg nacheinander und verteidigte die Führung im Gesamtklassement. Sein Erfolg am Ende der zweiten Etappe nach 186,6 Km in der Goldstadt war eine Kopie vom Vortag.

Im Massensprint ließ der Weltranglisten-Spitzenreiter der Konkurrenz bei Hochsommer-Temperaturen erneut keine Chance. Olaf Pollack aus Cottbus und Stuart O`Grady aus Australien, der in der vergangenen Tour de France das Grüne Trikot erst nach der letzten Etappe an Zabel weitergab, belegten hinter dem «Sportler des Jahres» die folgenden Plätze in Pforzheim. «Mission Impossible gegen Erik», sagte O`Grady, der nach einer Arterien-Operation noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

Zabel feierte den insgesamt 157. Sieg seiner Karriere und den neunten in diesem Jahr. Sein einstiger Konkurrent und jetzige Manager beim Konkurrenten Coast, Marcel Wüst aus Köln, prophezeite dem Telekom-Kapitän mindestens noch einen weiteren Erfolg bei dieser Deutschland-Tour: «Die Schlussetappe in Stuttgart dürfte auch auf ihn zugeschnitten sein. In seiner jetzigen Form ist er im Sprint kaum zu schlagen.» Im Vorjahr hatte Zabel bei der seit 1999 wieder belebten Rundfahrt drei Tagesabschnitte gewonnen.

Nach der ersten Sprintwertung in Bad Mergentheim war der Coast-Fahrer Luis Perez Rodriguez (Spanien) ausgerissen und erhielt zuerst Unterstützung durch den Slowenen Martin Hvastja. Doch wie am Vortag beim Franzosen Salanson reichte die Luft des Ausreißers nicht bis ins Ziel. Hauptsächlich wieder auf Initiative des Telekom-Teams war Perez, der vor der Deutschland-Tour eine sechswöchige Krankheitspause einlegen musste, 30 Km vor dem Ziel gestellt worden.

Nach perfekter Spurt-Vorbereitung auf der Zielgeraden vollendete Zabel eindrucksvoll. «Unser Teamwork hat wieder perfekt geklappt, aber es war sehr schwer, alles zusammen zu halten», freute sich der Etappensieger, der bei der Tour de France ab 6. Juli das siebente Grüne Trikot in Folge anpeilt. «Am liebsten würde ich Gian Matteo Fagnini und Danilo Hondo als Helfer mit zur Tour de France nehmen», sagte Zabel im Ziel.

Zabel kann sich nun eine kleine Pause gönnen - er wird sein Weißes Trikot verlieren. Die schwere Etappe über 192,5 Km mit vier Bergwertungen im Schwarzwald, darunter der 1242 Meter hohe Kandel, ist nicht sein Terrain. Schon eher das des Coast-Dreigestirns Alex Zülle (Schweiz), David Plaza und Aitor Garmendia (beide Spanien). Das trifft auch auf den Vorjahressieger Alexander Winokurow (Kasachstan) zu.

Auf dem Weg von Bühlertal nach Schonach und beim 37,6 Km langen Zeitfahren nach Bad Dürrheim wird der Grundstein für den Gesamtsieg der Deutschland-Tour gelegt. In Pforzheim fehlten die Zuschauer-Massen, unterwegs bei den Ortsdurchfahrten war die Deutschland-Tour aber wieder Zuschauer-Magnet.

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