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06.06.2002 -
Bad Dürrheim (dpa) - Das Gerolsteiner-Team war mit einem Dreifach-Erfolg der große Gewinner des 37,6 km langen Einzelzeitfahrens bei der Deutschland-Tour. Vize-Weltmeister Michael Rich aus Öschelbronn gewann die 4. Etappe nach 46:23 Minuten vor seinen Team-Kollegen Tobias Steinhauser (Scheidegg/12 Sekunden zurück) und dem Berliner Uwe Peschel (21) und sorgte für einen Aufschub bei der Vorentscheidung um den Gesamtsieg.
Das Weiße Trikot des Spitzenreiters wechselte von Aitor Garmendia (Spanien) auf die Schultern seines Landsmanns Igor Gonzalez de Galdeano, der auf dem Weg zwischen Villingen-Schwenningen und Bad Dürrheim in 46:55 etwas enttäuschte. Der 30-Jährige, der bei der Midi Libre-Rundfahrt den dreifachen Tour-Sieger Lance Armstrong (USA) in dessen Spezialdisziplin besiegt hatte, führt jetzt aber immerhin mit 13 Sekunden vor Garmendia das Gesamtklassement an.
Der Berliner Jens Voigt, als starker Zeitfahrer bekannt und in diesem Jahr wie Galdeano auch schon Armstrong-Bezwinger, ist auch noch im Rennen um den Gesamtsieg. Der Fahrer des französischen Teams Credit Agricole, im Vorjahr bei der Tour de France für einen Tag Träger des Gelben Trikots, fuhr auf dem welligen Kurs 47:07 und liegt im Gesamtklassement als zweitbester Deutscher mit 38 Sekunden Rückstand auf Galdeano auf dem 5. Platz zwei Ränge hinter Steinhauser (33 zurück). «Altmeister» Alex Zülle (Schweiz) ist Vierter.
Die Deutschland-Tour endet in Stuttgart. Die Entscheidung um den Gesamtsieg dürfte wohl auf der Alpen- Etappe von Friedrichshafen nach Oberstdorf bei der Überquerung des Rietberg-Passes (1420 m) fallen. Das Scheitern des Vorjahressiegers Alexander Winokurow von Telekom stand schon bereits fest, als der Kasache auf der Königsetappe nach Schonach am Schlussanstieg «eingebrochen» war und 1:22 Minuten auf den Tagessieger Garmendia verloren hatte. Telekom, in diesem Jahr noch in keiner nationalen Rundfahrt vorn, entpuppt sich ohnehin als der große Verlierer der Deutschland-Tour, die am Vortag von den Coast-Fahrern beherrscht worden war.
Rich, der mit seinen Mannschafts-Kollegen für den bisher spektakulärsten Erfolg des Telekom-Konkurrenten Gerolsteiner in dieser Saison gesorgt hat, spürte noch die Belastung der schweren, vorangegangenen Bergetappe nach Schonach: «Das steckte noch in den Beinen, aber das ging ja allen so. Unter diesen Umständen war ich heute mit meiner Leistung sehr zufrieden», sagte der Gewinner der diesjährigen Bayern-Rundfahrt, der auf der Schwarzwald-Etappe am Mittwoch viel Boden verloren hatte.
Im Verlauf der 5. Etappe könnte noch einmal die Stunde des Telekom-Topsprinters Erik Zabel (Unna) schlagen, der damit das Renomee seines Teams aufpolieren könnte. Der Weltranglisten- Spitzenreiter peilt seinen dritten Etappen-Erfolg bei dieser Deutschland-Tour an. «Der Abschnitt nach Friedrichshafen könnte mir liegen, vielleicht auch die Schluss-Etappe nach Stuttgart», sagte Zabel.
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