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07.06.2002 -
Friedrichshafen (dpa) - Erik Zabel hat sich bei der Deutschland- Tour mit einem Paukenschlag zurückgemeldet. Auf der fünften Etappe über 172,3 km von Bad Dürrheim nach Friedrichshafen feierte der Weltranglisten-Spitzenreiter mit seinem dritten Tageserfolg seinen insgesamt zehnten Sprint-Sieg bei der nationalen Rundfahrt seit ihrer Wiederbelebung 1999. Damit ist der Berliner alleiniger Rekordhalter.
Das Weiße Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung verteidigte der Spanier Igor Gonzalez de Galdeano vor seinem Landsmann Aitor Garmendia.
Der in der Gesamtwertung bestplatzierte Deutsche, Tobias Steinhauser aus Scheidegg, stürzte nach einer Kollision mit einem Fahrzeug der Tour-Organisation. Er beendete zwar die Etappe, ließ sich aber später zur Untersuchung in eine Klinik fahren. Erst an diesem Samstag wird entschieden, ob er die Tour fortsetzen kann.
Wie bereits bei den Ankünften in Tauberbischofsheim und Pforzheim ließ Zabel der Konkurrenz im Massensprint keine Chance. Sven Teutenberg (Mettmann), Marco Zanotti (Italien) und Zabels Kontrahent um das Grüne Trikot bei der Tour de France, Stuart O` Grady, mussten die Überlegenheit des 31-Jährigen einmal mehr anerkennen. Mustergültig vorbereitet wurde der zehnte Saisonerfolg von Deutschlands «Sportler des Jahres» durch seinen Sprint-Helfer Gian Matteo Fagnini (Italien). «Es ist für mich natürlich sehr schön, in vier Jahren zehn Etappen bei der Deutschland-Tour zu gewinnen. Und für unsere Mannschaft ist es sehr wichtig», sagte der Sieger glücklich.
Der erneute Erfolg ihres Vorzeigesprinters dürfte die Enttäuschung der Telekom-Verantwortlichen darüber lindern, dass Vorjahressieger Alexander Winokurow (Kasachstan) dieses Mal in der Gesamtwertung ohne Chance ist. Bei der ersten Bergetappe im Schwarzwald am Mittwoch und beim darauf folgenden Einzelzeitfahren hatte mit den Teams Coast und Gerolsteiner die nationale Konkurrenz den Assen in Magenta die Show gestohlen. «Wir können nicht alles haben. Wir haben dreimal die Etappen gewonnen, die uns liegen», sagte Teamsprecher Olaf Ludwig.
Doch bevor das Feld für Zabels 158. Karriere-Erfolg bestellt war, musste der Telekom-Express ein gehöriges Stück Arbeit verrichten. Von Beginn an wurde die vom Profil her eher leichte Etappe mit hohem Tempo gefahren. Zahlreiche kleine Attacken und zwei Ausreißergruppen ließen das Feld kaum zur Ruhe kommen. Der Ausreißversuch einer siebenköpfigen Gruppe, darunter der Saeco-Profi Jörg Ludewig (Steinhagen) und der Wiesbadener Christian Werner vom Team Nürnberger, wurde etwa 90 km vor dem Ziel vom Peloton beendet. Kurz darauf setzten sich mit den beiden Slowenen Martin Hvastija und Sasa Sviben erneut zwei Fahrer ab, zu denen kurze Zeit später noch Enrico Poitschke (Leipzig), Leon van Bon und Karsten Kroon (beide Niederlande) aufschließen konnten.
Über fünf Minuten betrug 50 km vor dem Zielstrich der Rückstand des Feldes, als einige Mannschaften das Tempo forcierten, um ihre Sprinter in Position zu bringen. Unter der Führung der Teams Telekom und Gerolsteiner schmolz der Abstand immer mehr zusammen, bis die Gruppe kurz vor dem Ziel gestellt wurde. «Ich habe erst gemerkt, dass es nicht klappt, als ich mich 2 km vor dem Ziel umgedreht habe und das Feld gesehen habe», beschrieb Poitschke.
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