Klinik: Keine Verbindung zwischen Reha und Doping

04.07.2002  |  Bad Wiessee (dpa) - Die Klinikleitung des Bad Wiesseer Medical-Parks hat jeglichen Zusammenhang zwischen der medizinischen Rehabilitation des unter Doping-Verdacht stehenden Rad-Olympiasiegers Jan Ullrich und der Amphetamin-Einnahme des 28-Jährigen zurückgewiesen.

«In einer derartigen Therapiemaßnahme werden keinerlei Stimulanzien verabreicht», sagte der Ärztliche Direktor der Reha-Klinik, Dr. Hubert Hörterer, der dpa.

«Ein Zusammenhang unserer Maßnahmen mit dem Doping-Fall ist völlig ausgeschlossen.» Die Einnahme von Aufputschmitteln «wäre kontraproduktiv», sagte der 54 Jahre alte Chefarzt des Medical-Parks, der auch Leitender Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes (DSV) ist.

Hörterer bestätigte, dass Jan Ullrich vom 5. bis 29. Juni nach einer Operation am Knie in seiner Klinik am oberbayerischen Tegernsee zur Reha war. «Wir mussten bei der Therapie sehr vorsichtig sein, weil Jan Ullrich immer wieder an einem Ausfall seines Knies zu leiden hatte», erläuterte Hörterer. In erster Linie sei mit Physiotherapie gearbeitet worden, «dazu gehören Krankengymnastik und vorsichtiger Muskelaufbau». Zur Begleitung seien Magnetfeld- und Elektrotherapie angewandt worden. Jan Ullrich sei nach einer Abschlussuntersuchung abgeholt worden, sagte Hörterer.

Der Mediziner nannte es «etwas ganz Normales», dass Leistungssportler bei Verletzungen psychische Auffälligkeiten zeigen. «Verletzungen führen bei einem Leistungssportler wie Jan Ullrich, der zu den Top-Sportlern gehört, dazu, dass sie in ein tiefes Loch fallen», so Hörterer. «Ein starker Durchhänger ist in so einem Fall ganz normal.» Dies sei auch bei Jan Ullrich festzustellen gewesen, der aber keine psychotherapeutische Betreuung gewollt habe.

Von einer möglichen Einnahme des Aufputschmittels Amphetamin hat nach Hörterers Angaben niemand in der Reha-Klinik etwas gewusst. «Es gab überhaupt keine Verdachtsmomente. Jan Ullrich war in dieser Beziehung völlig unauffällig.» Auch von der am 12. Juni im Medical-Park veranlassten Kontrolle der Anti-Doping-Kommission (ADK) von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) habe niemand etwas gewusst. Hörterer sagte, er habe erst Anfang dieser Woche von dem Fall erfahren. «Das spricht für das Funktionieren des Kontrollsystems.»

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