US-Power im Sog von Lance Armstrong

08.07.2002  | 

Luxemburg (dpa) - Lance Armstrong träumt vom Rekord, die Tour de France wie noch niemand vor ihm sechs Mal zu gewinnen. Frühestens 2004 wäre der dreifache Toursieger aus Texas am Ziel. Die Nachfolger aus dem eigenen Land stehen schon bereit.

«Erster wird ein Amerikaner, Platz zwei und drei gehen ebenfalls in die USA», hatte Armstrong kurz vor dem diesjährigen Tour-Start in seiner Heimat verlauten lassen. Da hatte er eher als Patriot gesprochen, «Ein kleiner Scherz», sei diese Prognose für die Tour 2002 gewesen, erklärte der Topfavorit, darauf angesprochen, in Luxemburg.

Der Spaß geht in die richtige Richtung. Auch unterhalb von Platz eins könnte es diesmal eine «amerikanische» Tour geben. Die ehemaligen Armstrong-Team-Kollegen Levi Leipheimer (Rabobank) und Tyler Hamilton vom Bjarne-Riis-Team CSC Tiscali wollen am Thron von Armstrong rütteln, auch wenn sie ihn kaum zu Fall bringen werden.

Von Floyd Landis, seiner Neuentdeckung für dieses Jahr, droht dem dreifachen Toursieger keine Gefahr. Der Zweite der Dauphiné-Rundfahrt fährt in Armstrongs US-Postal-Mannschaft und ist neben George Hincapie zum Stellvertreter vom Boss aufgestiegen. «Er ist einer meiner wichtigsten Leute, auf ihn kann ich mich hundertprozentig verlassen», sagte Armstrong.

«Leipheimer kann unter die ersten Fünf kommen», prophezeit ihm sein Team-Kollege Grischa Niermann. Der Hildesheimer ist von seinem neuen Chef begeistert. Leipheimer kam im Vorjahr zu Rabobank, weil ihm US Postal nicht mehr so viel bezahlen wollte. «Er hat überhaupt keine Star-Allüren und ist supernett. Wenn er in den Bergen so gut fährt wie zuletzt bei seinem Sieg bei der Route du Sud, kann er hier ganz vorne landen. Wir arbeiten alle für ihn. Michael Boogerd muss erst ein Mal sehen, wie es bei ihm läuft», sagte Niermann, der selbst bei der Tour wenig eigene Ambitionen hat: «Ich habe schon den Giro in den Knochen - ich bin hier nur für die Mannschaft da.» Eine gerade vollzogene zweijährige Vertragsverlängerung sorgte bei dem 26- jährigen Hannoveraner für zusätzliche Motivation.

Noch mehr als beim 27-jährigen Leipheimer, im Vorjahr Dritter der Vuelta und WM-Vierter im Zeitfahren, spürt man die Handschrift des großen Lehrmeisters bei Tyler Hamilton (31). Armstrong und der neue Tiscali-Star, im Juni trotz einer angebrochenen Schulter Zweiter beim Giro d`Italia, trennten sich im Vorjahr ebenfalls aus finanziellen Gründen. Dabei fielen keine bösen Worte, wie etwa beim Wechsel von Kevin Livingston zu Telekom vor zwei Jahren. «Ich habe Tyler verstanden. Er musste die Chance nutzten, als Kapitän zu fahren», sagte Armstrong, der für den US-Boom bei der Tour 16 Jahre nach dem ersten Sieg eines Amerikaners in Paris durch Greg LeMond die Hauptverantwortung trägt.

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