Ullrich ruft regelmäßig Teamleitung an

10.07.2002  | 

Reims (dpa) - Jan Ullrich hält aus den USA regelmäßigen Kontakt zur Telekom-Teamleitung nach Frankreich. «Etwa einmal pro Woche telefonieren wir mit Jan, um zu hören, wie es ihm geht und was sein Knie macht», erklärte Team-Sprecher Olaf Ludwig in Epernay.

Das Medizinische stehe laut Ludwig bei Ullrichs Urlaub in den Staaten nicht im Vordergrund, obwohl auch geplant sei, bei Knie-Spezialisten vorzusprechen. «Er soll im Kopf wieder frei werden», sagte Ludwig, der zusammen mit Team-Manager Walter Godefroot und Teamchef Rudy Pevenage telefonischen Kontakt hält. Ullrich sei laut Ludwig nicht zu einem wöchentlichen telefonischen Rapport bestellt.

Nach seiner Fernseh-Beichte, bei der der Olympiasieger am vorigen Samstag einmaligen Tabletten-Konsum eingestanden hatte, war Ullrich mit seiner Lebensgefährtin, der Winzer-Tochter Gaby Weiss aus Merdingen, in die USA geflogen. «Dort betätigt er sich auch sportlich, aber nicht in einem festen Reha-Programm wie zuletzt in der Klinik in Bad Wiessee», sagte Ludwig weiter. Die Frage einer möglichen zweiten Knie-Operation stelle sich «jetzt nicht - frühestens in vier bis fünf Wochen.»

Anhaltende Knie-Probleme wegen wahrscheinlich falscher Trainings-Belastung behindern den Tour-Sieger von 1997 seit Ende vergangenen Jahres. Nach vielen Trainings-Unterbrechungen, nur einem Wettkampf im Januar und der operativen Entfernung einer Schleimbeutelfalte im Knie hatte Ullrich im Mai zum zweiten Mal nach 1999 seinen Tour-Verzicht erklären müssen. Kurz davor war er durch eine Crash-Fahrt in seinem Porsche unter Alkohol-Einfluss in Freiburg in die Schlagzeilen geraten. Danach war er bei einer unangemeldeten Kontrolle am 12. Juni überführt worden, Amphetamine genommen zu haben.

Ullrich hatte vor Millionen Fernseh-Zuschauern zugegeben, alkoholisiert im Kreise einiger Freunde in einer Disco «zwei kleine Tabletten» genommen zu haben. Jetzt drohen dem vom Team vorübergehend beurlaubten 28-Jährigen - sein Gehalt läuft zur Zeit nicht weiter - auch juristische Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt. Inzwischen soll sich auch der Christoph Daum-Anwalt Ralf Stankewitz gemeldet und seine Dienste angeboten haben. Dazu Ullrich- Manager Wolfgang Strohband (Hamburg): «Alles Blödsinn.»

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