Berufungsgericht spricht Pantani frei

14.07.2002  | 

Rom (dpa) - Mit dem höchst umstrittenen Freispruch für Marco Pantani hat das Berufungsgericht des nationalen Radsportverbandes der Dopingbekämpfung in Italien einen schweren Schlag versetzt.

Aus Protest gegen die Aufhebung der achtmonatigen Dopingsperre gegen den Rad-Profi trat der Chef der Antidoping-Kommission des italienischen NOK, Giacomo Aiello, zurück. «Dieses Urteil hat das Fass zum Überlaufen gebracht», schimpfte der Jurist. «Ich fürchte um das Überleben des Sports.»

Die Disziplinarkommission des Radsportverbands hatte Pantani verurteilt, nachdem bei den Doping-Razzien während des Giro d`Italia 2001 in seinem Hotelzimmer eine Insulinspritze gefunden worden war. Das Berufungsgericht hob die Sperre auf, weil «es keinen sicheren Beweis gibt, dass das Zimmer tatsächlich von Pantani bewohnt wurde». Außerdem sei nicht zu beweisen, dass dem Mercatone-Uno-Fahrer die Insulinspritze gehörte oder er sie benutzt habe.

«Ich halte es für richtig, dass der Athlet jetzt von einem Zivilgericht verfolgt wird», sagte Aiello. Die Staatsanwaltschaft hatte nach Aiellos Meinung Pantanis Schuld durch Zeugen-Aussagen eindeutig nachgewiesen. Pantani dagegen hatte behauptet, man habe ihm die Insulinspritze untergeschoben. Bei den Verhören verstrickte sich der «Pirata» allerdings in Widersprüche. Erst hatte er geleugnet, in dem Hotelzimmer gewohnt zu haben. Als ihn die Ermittler dann mit eindeutigen Zeugenaussagen konfrontierten, gab Pantani jedoch zu, in dem Hotelzimmer mit der Nummer 401 in Montecatini übernachtet zu haben.

Zusammen mit Pantani sprach das Berufungsgericht auch den Radprofi Stefano Zanini frei. Auch Zanini sei das Doping-Vergehen nicht eindeutig nachzuweisen, begründeten die Richter ihren Freispruch. Eine neunmonatige Dopingsperre gegen Gianpaolo Mondini wurde dagegen bestätigt.

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