Profi-Radsport

Die Werbekarawane

17.07.2002 -

Pau (dpa) - Die Werbekarawane der Tour de France fährt auf die Minute genau zwei Stunden vor den Fahrern durch die Lande - eine bunte Truppe, militärisch organisiert, mit bunt bekleideten und winkenden Werbeträgern der Sponsoren-Firmen.

Sie werfen kleine Geschenke in die Menge an beiden Straßenrändern - große grüne Hände aus Papier zum Winken, Spielzeug-Autos, Mützen mit Firmenaufklebern, Wasserflaschen und Käse-Ecken. Wenn es nach einer Verspätung schnell geht, können die Geschenke wie Wurfgeschosse wirken - obwohl diese laut Reglement den Schaulustigen in die Hände gedrückt werden sollen.

Bis zum Ziel in Paris werden tausende Gummibärchen, Kugelschreiber und sonstige kleine Geschenke an die Zuschauer verteilt. Die Zuschauer, besonders die Kinder, stürzen sich auf die Gaben und balgen sich darum. Es gibt auch Spezialisten, die tagelang der Karawane folgen, um eine komplette Souvenir-Sammlung zu ergattern. Diese Kult-Sammler stellen den Reklame-Schatz aus mehreren Jahren in ihren häuslichen Vitrinen aus.

Da der Zeitplan gnadenlos eingehalten werden muss - schließlich dürfen die nachfolgenden Fahrer nicht behindert werden -, fahren die Autos zum Teil mit flottem Tempo durch die Dörfer. Immer wieder drängen sich Zuschauer auf die Fahrbahn, die erst in letzter Sekunde zur Seite springen. Absperrungen gibt es nur selten an besonders gefährdeten Stellen. Der Tod des siebenjährigen Jungen bei der 10. Etappe war nicht der erste tragische Unfall. Bereits im Juli 2000 starb ein zwölfjähriger Junge, der auch von einem Werbefahrzeug erfasst wurde.