Profi-Radsport

Millar gewinnt die 13. Etappe der Tour - Zabel verliert Grün

20.07.2002 -

Beziers (dpa) - Die 13. Tour-Etappe von Lavelanet nach Beziers gehörte einer Ausreißer-Gruppe, aus der der Schotte David Millar zum Tagessieg spurtete. Im Kampf um den 12. Platz 10:02 Minuten hinter den Ausreißern zog Erik Zabel als 14. nach 171 km zum wiederholten Mal gegen Robbie McEwen (13.) den Kürzeren und musste sein Grünes Trikot deshalb wieder an den Australier abgeben.

Beide sind jetzt punktgleich, Zeitvorsprünge im Prolog und die bisherigen Platzierungen sprachen für McEwen. Die beiden Zwischensprints in Limoux und Pouzols waren diesmal für beide uninteressant, weil die Bonifikations-Punkte unter den elf Ausreißern, die sich im Finale in zwei Gruppen aufgeteilt hatten, ausgefahren wurden.

Nach den beiden schweren Pyrenäen-Etappen und vor dem «Ritt» auf den Mont Ventoux tat sich an der Spitze des Gesamtklassement nichts. Der dreifache Toursieger Lance Armstrong (USA) führt weiter komfortabel mit 2:28 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Joseba Beloki. Armstrongs US-Postal-Mannschaft kontrollierte auch am Samstag das Tempo an der Spitze des Feldes und gestattete den Ausreißern so einen Vorsprung von teilweise fast 14 Minuten.

«Erik ist im Moment im direkten Vergleich etwas langsamer. Aber wir versuchen das natürlich weiter. Morgen könnten wir wieder eine Chance haben», sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage zum verlorenen Trikot, das Zabel in den vergangenen Jahren sechs Mal hintereinander mit nach Hause gebracht hatte. «Nur auf den Bergetappen hat Zabel eine Chance gegen mich. Das ist seine Taktik», meinte Mc Ewen, der bei der Tour für einen ähnlich langen Atem wie der Weltranglisten- Spitzenreiter bekannt ist. Vor zwei Jahren gewann er die Schlussetappe auf den Pariser Champs Elysees, die Zabel noch nie für sich entscheiden konnte.

Die Ausreißergruppe hatte sich nach der dritten Bergwertung des Tages über jeweils - im Vergleich zu den Pyrenäen - moderate Steigungen zusammengefunden. Die Punkte für «sein» Bergtrikot hatte sich auf den ersten drei Steigungen natürlich der französische Liebling der Massen, Laurent Jalabert, geholt.

Wie an den beiden Vortagen demonstrierte der 33-Jährige, der seine Karriere im Herbst nach 14 Profijahren beendet, wieder seinen besonderen Kampfgeist in einer Attacke gleich nach dem Start. Er konnte sich mit drei Mitstreitern absetzten, denen er im Kampf um die Bergpunkte keine Chance ließ. Allerdings verpasste «Jaja» auch diesmal seinen ersten diesjährigen Etappensieg.

Nach den Bergwertungen drosselte das Spitzen-Quartett das Tempo 120 km vor dem Ziel kurz und wartete auf sieben Verfolger, unter ihnen Telekom- Profi Bobby Julich (USA), der bei dieser Tour den Erwartungen noch nicht gerecht wurde. Mit der Entscheidung um den Tagessieg hatte er nichts zu tun. Zehn Kilometer vor dem Ziel lösten sich die fünf schnellsten Fahrer, die den Sieg unter sich ausmachten.

Nicht dabei: Julich, am Ende Zehnter, und auch nicht Jalabert, der in den vergangenen drei Tagen Fluchten von 120, 143 und 166 km hinter sich brachte. Zweiter hinter Millar war der Spanier David Etxebarria. «Unser Teamchef Pevenage hatte mich zu Beginn in die Spitzengruppe beordert. Ich kann mich ärgern: Den richtigen Zeitpunkt, als die fünf Fahrer zehn Kilometer vor dem ziel beschleunigten, habe ich verpasst. So war nicht mehr für mich drin», sagte Julich im Ziel.