Rummenigge und Hoeneß als Mont Ventoux-Bezwinger

21.07.2002  |  Mont Ventoux (dpa) - Ihre aktive Zeit liegt lange zurück und das Metier ist völlig fremd: Trotzdem haben Weltmeister Uli Hoeneß (51) und der zweifache Vize-Weltmeister Karl-Heinz Rummenigge (46) bei glühender Hitze den Mont Ventoux bezwungen. Hoeneß, seit 23 Jahren Manager des FC Bayern München, schaffte es nur auf dem Motorrad. Rummenigge hielt die 21,1 km lange Steigung - im hautengen Telekom-Dress - auf dem Fahrrad durch.

Allerdings hatte der Bayern-Vorstandsvorsitzende zu kämpfen, rechtzeitig vor den Profis der Tour de France, für die der der gefürchtete Mont Ventoux (1909 m) Ziel der 14. Etappe war, durchzukommen. Die beiden Ex-Fußballer waren auf Einladung des neuen Bayern-Sponsors Telekom vom Trainingslager aus Speyer zu einem Drei-Tage-Abstecher bei der Tour.

Rummenigge traute sich den Abstecher in den Radsport nur unter fachmännischer Betreuung zu. An seiner Seite fuhren unter anderen der Ex-Profi und Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig und der zweifache Vuelta-Zweite Raimund Dietzen. «Das hat er sehr gut gemacht. Mit zwei Pausen kam er gut hoch», lobte Ludwig.

Der demissionierte Verteidigungs-Minister Rudolf Scharping, seit Jahren als Telekom-Fan und ständiger Begleiter der Radprofis bekannt, war bei der anstrengenden Jux-Fahrt nicht dabei. Er sei bereits für Einladungen dieser Art aus dem Verteiler gestrichen, teilte ein Telekom-Mitarbeiter mit.

Der Mont Ventoux in der Provence erreichte als Tour-Station 1967 traurige Berühmtheit. Zwei Kilometer vor dem Ziel war Weltmeister Tom Simpson (England) vom Rad gefallen, stieg unter Mithilfe von Zuschauern wieder auf, stürzte erneut und verstarb am Straßenrand. Ein tödlicher Cocktail aus Amphetaminen und Alkohol, dazu enorme köperliche Anstrengung und Temperaturen von 45 Grad hatten ihn kollabieren lassen. Heute erinnert ein Gedenkstein an die Tragödie.

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