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26.07.2002 -
Bourg-en-Bresse (dpa) - Lance Armstrong ist im Gelben Trikot auf der Zielgeraden. Die letzten 194 Tour-Kilometer, bevor sein vierter Gesamtsieg in Folge feststeht, nimmt der Texaner weiter mit dem unverändert beruhigenden Vorsprung von 5:06 Minuten vor Joseba Beloki (Spanien) in Angriff.
Auch die 18. Etappe der 89. Tour de France lief über 176,9 km zwischen Cluses und Bourg-en-Bresse ganz nach seinem Wunsch. Nicht so für Erik Zabel (Unna), der im Schlussspurt um Rang elf einen Punkt gegen Robbie McEwen (Australien) im Kampf um das Grüne Trikot verlor.
Schon nach vier Kilometern hatten sich zehn Ausreißer abgesetzt. Von ihnen sicherte sich der Norweger Thor Hushovd, der in der ersten Tour-Woche noch vor der Aufgabe stand, den Etappensieg im Spurt einer am Schluss dreiköpfigen Spitzengruppe vor Christohpe Mengin (Frankreich) und Jakob Piil. Der Däne war im Endspurt aus den Pedalen gerutscht. Der Ansbacher Jörg Jaksche vom Once-Team wurde 33 Sekunden nach Hushovd, der den zweiten Sieg eines Norwegers in der 99-jährigen Geschichte der Tour perfekt machte, Fünfter.
Den Spurt des Verfolgerfeldes 11:42 Minuten hinter Hushovd gewann McEwen vor Zabel, der sich mit seinem Team - anders als auf dem anspruchsvollen Profil geplant - am Schluss nicht absetzen konnte. Darauf hatten Telekom und Zabel spekuliert. «Wir hatten gestern ein solches Szenario besprochen, aber leider hat es nicht geklappt», sagte Teamchef Rudy Pevenage. Wie erwartet, entscheidet dennoch die 20. und letzte Etappe am Sonntag auf die Champs Elysees, wer das Grüne Trikot mit nach Hause nehmen darf.
Die Ausreißer hatten sich kurz nach dem Start formiert. Mit dabei war neben Jaksche auch der spurtstarke Telekom-Profi Gian-Matteo Fagnini (Italien), der seinem Chef Zabel am Schluss aber vielleicht fehlte. Vor den zehn Fahrern lagen sieben Steigungen der mittleren Kategorien. Die Gruppe hatte einen Vorsprung von fast zehn Minuten, der im Finale sogar noch auf über 12 Minuten anwuchs. 16 km vor dem Ziel hatte sich das Trio gelöst, das später den Sieg ausmachte. Trotz Umstellung beim Anfahren für Zabel - Steffen Wesemann blieb diesmal bis zuletzt an der Spitze - ließ sich McEwen nicht verwirren und schlug den Spitzenreiter der Weltrangliste wie so oft vorher.
Der vorsichtige Armstrong ließ auch am Freitag die Champagner- Flaschen noch geschlossen. Auf dem Wunschzettel des 30-jährigen Texaners steht der Sieg im Zeitfahren am Samstag über 50 km von Régnié-Durette nach Macon ganz oben gleich unter dem vierten Toursieg in Folge. Das erste Zeitfahren in der ersten Tourwoche in Lorient hatte Armstrong überraschend gegen den Kolumbianer Santiago Botero um 11 Sekunden verloren. Der Mann in Gelb will Revanche und fiebert auf hügeligem Parcours seinem vierten diesjährigen Etappensieg entgegen.
«Ich will morgen gewinnen und zeigen, was es bedeutet, das Gelbe Trikot zu tragen. Ich hatte heute deshalb hauptsächlich Interesse, etwas Kraft zu sparen. Das ist uns durch den Verlauf des Rennens ganz gut gelungen», sagte ein zufriedener Armstrong im Ziel. «Ich habe es schon öfter vorher gesagt: Gefeiert wird erst in Paris.»
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