Armstrong gewinnt zweites Zeitfahren der Tour

27.07.2002  | 

Macon (dpa) - Lance Armstrong hat die Feierlichkeiten für seinen vierten Toursieg hintereinander mit einem Erfolg im Zeitfahren eingeläutet.

Der 30-jährige Texaner vergrößerte auf der 19. und vorletzten Etappe seinen Vorsprung im Gesamtklassement der 89. Tour de France auf den zweitplatzierten Joseba Beloki (Spanien/ 7:17 Minuten zurück) durch seinen Sieg im Einzelzeitfahren von Régnié Durette nach Macon. Auf der Berg- und Talfahrt über 50 km fuhr Armstrong ein Stundenmittel von 47 Kilometern.

Der Träger des Gelben Trikots war auf dem anspruchsvollen Parcours durch die Weinberge des Beaujolais Schnellster in 1:03:50 Stunden und nahm damit erfolgreich Revanche an Santiago Botero, der ihn im ersten Zeitfahren in Lorient in der ersten Tourwoche mit elf Sekunden Vorsprung geschlagen hatte. Der zweifache Etappensieger aus Kolumbien kam mit 2:10 Minuten Rückstand auf Armstrong auf den achten Platz. Die acht deutschen Tourstarter spielten auf den vorderen Rängen keine Rolle. Der deutsche Meister Danilo Hondo (Cottbus) war in 1:08:16 Stunden der Schnellste von ihnen.

Am spannendsten war vor den letzten 144 Tour-Kilometern auf die Pariser Champs-Elysées der Kampf um Platz zwei. Vor dem Start der 19. Etappe hatte Raimondas Rumsas 2:18 Minuten Rückstand auf Beloki, der der schlechtere Zeitfahrer ist. Bei der ersten Zwischenzeit nach 10,5 km hatte Armstrong noch einen Rückstand von 17 Sekunden auf Rumsas, der an dem glühend heißen Tag wie mit Turbo- Verstärkung gestartet war. Aber mit zunehmender Distanz schob sich Armstrong nach vorne, hatte nach 33,5 km schon sieben Sekunden Vorsprung auf Rumsas und gewann das erste große Zeitfahren dieser Saison.

Dem Litauer, der in Macon mit 52 Sekunden hinter Armstrong Zweiter wurde, fehlte bei seiner Aufholjagd gegen Beloki am Ende eine Minute für den Sprung auf Platz zwei. Ein mechanischer Defekt an seinem Lenker hatte ihn womöglich viel Zeit gekostet. Nach zwei dritten Plätzen kann sich Beloki in Paris über den zweiten Platz hinter Armstrong freuen.

Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc lobte die Umsicht des Seriensiegers aus Texas, der in diesem Jahr von der französischen Öffentlichkeit besser akzeptiert worden sei als 2001. «Armstrong hat das Rennen beherrscht, aber es durch seine Dominanz nicht getötet», sagte Leblanc und fand damit blumige Worte für eine alles in allem eher langweilige Tour.

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