Simoni vom Kokain-Dopingverdacht freigesprochen

28.07.2002  |  Rom (dpa) - Der italienische Rad-Star Gilberto Simoni ist vom Kokain-Dopingverdacht freigesprochen worden und wird am 4. August beim Weltcup in Hamburg wieder starten. Die Disziplinarkommission des italienischen Radsportverbandes folgte mit ihrem Freispruch der Staatsanwaltschaft Trento, die ein Verfahren wegen Sportbetrugs gegen den Saeco-Fahrer eingestellt hatte.

Die bei der Trentino-Rundfahrt und beim Giro-d`Italia bei Simoni gefundenen Kokain-Spuren stammten nachweislich aus peruanischen Bonbons. Eine Haaranalyse bestätigte, dass der Giro-Sieger von 2001 nie absichtlich Kokain eingenommen hat. «Ich bin immer noch verbittert, weil mich die Öffentlichkeit vorverurteilt hatte», kommentierte Simoni den Freispruch.

Nach dem Freispruch will Simoni sofort in den Rennsport zurückkehren. «Ich habe zwar in den letzten Wochen trainiert, aber jetzt muss ich mich so schnell wie möglich wieder mit den anderen messen, um Motivation und Stolz zurückzuerlangen», erklärte Simoni.

Auslöser des «Kokain-Falls» Simoni waren Bonbons gewesen, die die Schwester von Ex-Radprofi Francesco Moser aus Peru mitgebracht hatte. Ohne deren Zusammensetzung zu kennen, hatte Giacinta Moser Simoni einige der Bonbons angeboten. Der Trentiner Staatsanwalt Bruni Giardina glaubte die Geschichte, ließ die Bonbons im Labor analysieren und fand so die Simoni entlastenden Kokain-Spuren in den Süßigkeiten.

Keine Freisprüche, aber dennoch sehr milde Urteile erhielten Roberto Sgambelluri (Nesp-Doping), Alberto Ongarato (Coffein, Nesp und Haschisch) und Alessandro Conti. Sie wurden jeweils zu sechs Monaten Sperre verurteilt.

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