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27.10.2000 - Manchester (dpa) - Kein Tag ohne Titel für den deutschen Bahnradsport bei den Weltmeisterschaften in Manchester. Der 24-jährige Jan van Eijden aus Dudenhofen hat in einem packenden Finale den Titelverteidiger Laurent Gane aus Frankreich entthront.
Nach einem frechen ersten Final-Rennen, als er bereits nach einer von drei Runden Reißaus nahm, hielt der «Kurze», wie ihn seine Freunde wegen der nur 1,73 m Köpergröße nennen, auch im zweiten Aufeinandertreffen den Franzosen auf Distanz. Der junge Sprinter aus dem XXL-Team in Chemnitz hat bereits als 19-Jähriger 1995 in Bogota einen Weltmeister-Titel im Teamwettbewerb Olympischer Sprint gewonnen. Im Einzel war er aber noch nie in einem Finale.
Im Sprintwettbewerb schlugen die Emotionen hoch. Nachdem der zweimalige Sprint-Olympiasieger Jens Fiedler (Chemnitz) wegen einer fiebrigen Erkältung im Halbfinale nicht mehr antreten konnte, war sein Teamgefährte Jan van Eijden kampflos in das Finale eingezogen. Sein Gegner am späten Abend war Titelverteidiger Laurent Gane, der auf dem Weg ins Finale bereits einen harten Fight mit dem Italiener Roberto Chiappa hinter sich hatte. Gane gewann in drei Läufen, bei denen Ellenbogen und Kopfstöße, Wellen und Beschimpfungen zu sehen waren. Schließlich ließ sich der Italiener, der den ersten Lauf gewonnen hatte, nach der zweiten Niederlage zu einer Tätlichkeit provozieren und wurde disqualifiziert. Damit verlor er auch die schon sichere Bronzemedaille, die deshalb nicht vergeben werden konnte.
Im 500-m-Zeitfahren der Frauen hat die Weißrussin Natalja Markownitschenko die fünfmalige Titelträgerin Felicia Ballanger (Frankreich) abgelöst. Die Olympiasiegerin war nicht am Start. Beste Deutsche war die Cottbuserin Katrin Meinke auf Platz vier. Die leicht angeschlagene Vorjahrsdritte Ulrike Weichelt (Erfurt) wurde Siebente.
In der Einzelverfolgung der Frauen hat Judith Arndt aus Frankfurt (Oder) bereits ihre zwei Silbermedaille sicher und kann sie noch vergolden. Die 24-Jährige hat einen Tag nach dem zweiten Platz im Punktefahren das Finale der Verfolgerinnen erreicht. In der zweiten Runde der 3 000-m-Einzelverfolgung bezwang sie in 4:36,935 Minuten deutlich die Litauerin Rasa Maseikyte (3:42,820) und trifft am Samstag im Duell um den Titel auf die Britin Yvonne McGregor, die mit 3:36,145 Minuten die schnellste Zeit fuhr.
Entgegen den bisherigen Wettkampfregeln gibt es keine Halbfinals mehr. Die beiden zeitschnellsten Siegerinnen der zweiten Runde bestreiten das Finale, die anderen beiden fahren um Bronze. Das werden Titelverteidigerin Marion Clignet (Frankreich) und die Russin Jelena Tschalych sein. Das gleiche Reglement wird es auch bei den Männern geben, die am Samstag und Sonntag an der Reihe sind.
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