Profi-Radsport

Deutsche Bahnradfahrer gewinnen Bronze zum WM-Auftakt

25.09.2002 -

Kopenhagen (dpa) - Die deutschen Bahnradfahrer haben mit zwei Bronzemedaillen einen gelungenen Einstand bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen gefeiert.

Der Leipziger Jens Lehmann gewann das «kleine Finale» in der 4000-m-Einerverfolgung in 4:23,622 Minuten gegen den Ukrainer Wolodimir Djudja (4:24,665). Anschließend überraschte Rene Wolff aus Erfurt mit dem 3. Platz im Kampfsprint Keirin. «Dass es Bronze geworden ist, ist absoluter Wahnsinn», jubelte der WM-Debütant. Jens Fiedler, im Vorjahr Keirin-Dritter, belegte den 5. Platz.

Der Eröffnungstag der Titelkämpfe stand im Zeichen der Australier. Dem Doppelsieg in der Einerverfolgung durch Brad McGee und Luke Roberts folgte WM-Gold für Jobie Dajka im Keirin, der den Spanier Jose Villanueva auf Platz zwei verwies. Erste Keirin-Weltmeisterin war zuvor die Chinesin Li Na vor Clara Sanchez (Frankreich) und Rosealee Hubbard (Australien) geworden.

Mit seinem dritten Platz hat Jens Wolff den Durchbruch in die Weltspitze im Keirin geschafft. Schon im Vorlauf und im Halbfinale hatte der 24-Jährige zwei unerwartete Siege errungen. «Das war ein absolut wahnsinniger Wettkampf. Erst die beiden Siege, und dass es jetzt noch Bronze geworden ist, wo das Rennen eigentlich gelaufen war, ist unglaublich», sagte der Thüringer, der in dieser Saison bereits ein Weltcup-Rennen im Sprint gewonnen hatte.

Zufrieden war auch Jens Lehmann. «Ich bin hierher gekommen, um eine Medaille zu gewinnen. Die habe ich jetzt. Der Rest ist mir egal», meinte er. Begeleitet von seinen beiden Söhnen nahm der Vierer-Olympiasieger bei der Siegerehrung in Kopenhagen seine 16. WM-Medaille in Empfang. «Man muss schon den Hut ziehen, dass er so lange fährt, bis ihn in Deutschland einer abhängt», lobte Bundestrainer Bernd Dittert den «Oldie». Schon gut zwölf Stunden später musste der 34-Jährige aus dem Team Nürnberger wieder auf die Bahn, um als Leitwolf die Qualifikation mit dem ambitionierten Vierer zu fahren. «Ich denke, dass wir bis jetzt zufrieden sein können», meinte Dittert zufrieden.

In sein Resümee schloss er ausdrücklich Sebastian Siedler ein. Der 24-jährige Geraer belegte in der Verfolgung den 7. Rang, nachdem die Jury die erste Ergebnisliste korrigierte und den Franzosen Jerome Neuville auf Platz acht einordnete. «Immerhin haben wir zwei unter den besten Acht», sagte auch Burckhard Bremer, Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

«Wir haben alles mögliche getan», berichtete Dittert, «aber dass die Australier so dominierend sind, haben wir nicht gewusst.» Weltmeister McGee, der den bereits in der Qualifikation gescheiterten Ukrainer Alexander Symonenko ablöste, war sowohl in der Ausscheidung als auch in den beiden folgenden Rennen der Schnellste. Mit 4:17,875 Minuten verfehlte er den Weltrekord des Briten Christopher Boardman nur um gut 6,7 Sekunden.

Live-Ticker