Profi-Radsport

Dopinganschuldigungen gegen Indurain und Ullrich

28.10.2000 - Lille/Madrid (dpa) - Die Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich (Merdingen) und Miguel Indurain (Spanien) wurden durch Zeugenaussagen während des Prozesses gegen ehemalige Mitglieder der französischen Festina-Mannschaft in Lille mit Doping in Verbindung gebracht. Der französische Ex-Profi Erwan Mantheour wiederholte seine in seinem Buch in ähnlicher Form aufgestellten Beschuldigungen gegen Ullrich, den Olympiasieger von Sydney.

Mantheour zitierte im Prozess in Lille den ebenfalls angeklagten, früheren Telekom-Betreuer Jeff D`Hondt (Belgien). Darüber berichtete auch die französische Sportzeitung «L`Equipe». Thomas Davy (Frankreich), früher Fahrer der spanischen Banesto- Mannschaft, für die Indurain von 1991 bis 1995 die Tour fünf Mal in Folge gewonnen hat, hatte den inzwischen nicht mehr aktiven Spanier belastet. Indurain antwortete am Samstag auf die Vorwürfe in einem offenen Brief in der spanischen Sportzeitung «Marca».

«Ich habe während meiner aktiven Zeit alle Regeln respektiert und nie etwas genommen. Ich möchte mich nicht an der Polemik beteiligen und nicht zum x-ten Mal darüber sprechen, dass ich tausende Mal bei Doping-Kontrollen während meiner Karriere negativ getestet wurde», erklärte Indurain, der die Tour als einziger Profi fünf Mal in Serie gewann. Die Franzosen Bernard Hinault und Jacques Anquetil sowie der Belgier Eddy Merckx hatten es ebenfalls auf fünf Siege gebracht.

«Ich habe von diesen Vorwürfen nichts gehört und sehe keine Veranlassung, dagegen vorzugehen», sagte am Samstag Ullrich-Manager Wolfgang Strohband. Er hatte sich schon im Vorjahr erfolgreich gegen Doping-Anschuldigungen gegen Ullrich durch das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» gewehrt. Ullrich verbringt zurzeit seinen Urlaub in Kalifornien.

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