Van Petegem siegt bei Paris - Roubaix

13.04.2003  | 

Roubaix (dpa) - Der belgische Rad-Profi Peter van Petegem hat einen sagenhaften Doppelsieg gefeiert. Eine Woche nach seinem Triumph bei der Flandern-Rundfahrt gewann der 33-Jährige auch die 101. Austragung von Paris-Roubaix und setzte sich damit selbst ein Denkmal.

Van Petegem schlug nach 260 km im Spurt auf der Radrennbahn in Roubaix den Italiener Dario Pieri und den Lance-Armstrong Team-Kollegen Wjatcheslaw Jekimow (Russland). Diese drei hatten sich 15 km vor Schluss in einer Spitzengruppe zusammengefunden, nachdem der später neuntplatzierte Rolf Aldag (Ahlen) zurückgefallen war.

Den seltenen Zweifach-Erfolg schaffte vor van Petegem, der durch seinen Sieg in der «Hölle des Nordens» die Weltcup-Führung nach dem dritten Rennen ausbauen konnte, zuletzt 1977 der einzige vierfache Paris-Roubaix-Gewinner Roger de Vlaeminck (Belgien). Insgesamt gab es vor van Petegem nur acht Fahrer, die das «Double» Flandern/Roubaix zu Stande brachten. Die Taktik des Quick-Step-Chefs Patrick Lefèvere ging dagegen diesmal nicht auf. Der Belgier hatte schon vier Mal das Kunststück fertig gebracht, drei Fahrer seines Teams aufs Podium zu bringen. Die 101. Austragung des zweitältesten Klassikers wies diesmal 26 Kopfsteinpflaster-Passagen mit einer Gesamtlänge von 49 km auf.

«Unser Team hat heute das Rennen mitbestimmt. Zum Schluss ist es für mich auch ein bisschen unglücklich gelaufen: Zuschauer haben mir Bier ins Gesicht geschüttet, und ich konnte nichts mehr sehen. Danach hatte ich noch einen Vorderradschaden. Ein Podiumsplatz wäre super gewesen - aber c`est la vie», sagte Aldag.

Bis zum Finale zeigte sich das Telekom-Team in ausgezeichneter Verfassung. Erst hatte viele Kilometer Kai Hundertmarck (Kelsterbach) in Führung gelegen. Dann übernahm der Aldag diesen Part. Er fuhr in einer Spitzengruppe, übernahm 40 km vor dem Ziel die Initiative und attackierte. Nur Pieri konnte dem 34-jährigen Routinier aus der zehnköpfigen Spitzengruppe auf der trockenen und staubigen Piste folgen. Aldag vertrat seinen verletzen Team-Kollegen, den Vorjahres-Zweiten Steffen Wesemann, großartig, auch wenn ihn 20 km vor dem Ziel die Kräfte verließen. Erst fiel Aldag zurück, dann hatte Jekimow das Kommando übernommen und erhielt 15 km vor dem Ziel Gesellschaft von van Petegem.

Für das Gerolsteiner-Team ging gar nichts. Nach Stürzen schieden die nicht chancenlosen Michael Rich (Emmendingen) und Olaf Pollack (Cottbus) frühzeitig aus. Der Zeitfahr-Vize-Weltmeister Rich kam zwei Mal zu Fall, Pollack verletzte sich an der Stirn. «Das war geballtes Pech. 50 km vor dem Ziel hatten wir keinen Fahrer mehr im Rennen», sagte Gerolsteiner-Chef Hans-Michael Holczer.

Das vierte von zehn Weltcup-Rennen findet Sonntag in den Niederlanden statt. Beim Amstel-Gold Race will auch der vierfache Tour-Sieger Lance Armstrong (USA) am Start stehen.

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