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27.04.2003 -
Peine (dpa) - Nicolas Jalabert ist aus dem Schatten seines großen Bruders Laurent getreten. Als erster Franzose gewann der 30-jährige Radprofi die 27. internationale Niedersachsen-Rundfahrt. Nach fünf Etappen und 830 Kilometern lag in Peine der «kleine Jalabert» fünf Sekunden vor dem Tschechen Tomas Konecny.
Hinter dem Niederländer Niels Scheunemann erreichte Michael Rich (Emmendingen) aus dem Team Gerolsteiner als bester deutscher Fahrer den vierten Platz. Die letzte Etappe von Bückeburg nach Peine über 144,9 km, die das Endklassement nicht mehr beeinflusste, gewann Vorjahressieger Olaf Pollack aus Cottbus.
«Das ist ein besonderer Tag. Ich hatte zuvor noch nie eine wichtige Rundfahrt gewonnen», freute sich Nicolas Jalabert. Der französische Vizemeister fährt für den dänischen CSC-Rennstall, in dem auch sein Bruder, der französische «Publikumsliebling» Laurent Jalabert, bis zu seinem Karriere-Ende unter Vertrag stand. Was Laurent im Vorjahr in Niedersachsen nicht schaffte, gelang nun Nicolas: Als erster ausländischer Fahrer seit dem Tschechen Pavel Padrnos 1995 streifte er sich das Gelbe Trikot des Gesamtsiegers über.
Der achte deutsche Gesamtsieg in Serie war nach dem Erfolg von Rich im Zeitfahren beim Start in Wolfsburg greifbar nah. Drei Tage fuhr der WM-Zweite im Gelben Trikot, arg bedrängt vom besten Sprinter Danilo Hondo (Cottbus) aus dem Team Telekom. Doch auf der 4. Etappe von Göttingen nach Bückeburg über 188,8 km ging das Pokerspiel der deutschen Rennställe nicht auf. Während sich Gerolsteiner und Telekom auf dem hügeligen Terrain im Solling und Weserbergland belauerten, gelang einer Fünfer-Gruppe mit Jalabert der entscheidende Vorstoß.
Maximal 6:45 Minuten betrug der Vorsprung, 1:43 retteten Etappensieger Konecny, Jalabert und Scheunemann nach der letzten Bergwertung auf der Schaumburg ins Ziel. Die Attacke des Hauptfeldes kam zwei Kilometer zu spät. Pech, dass in der turbulenten Endphase keine Informationen von den Zeitmessern zu Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer gelangten. «Wir wussten nicht genau über den Abstand zur Spitze Bescheid», klagte Rich. «Ich habe erst auf der letzten Abfahrt meine Chance auf den Gesamtsieg realisiert», sagte Jalabert.
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