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10.05.2003 -
Lecce (dpa) - Weltmeister Mario Cipollini muss die große Feier noch verschieben. Zum Auftakt des 86. Giro d`Italia in Lecce stahl ihm sein italienischer Landsmann Alessandro Petacchi im Ziel der 1. Etappe nach 201 km die Show.
Der 37-jährige Cipollini musste mit Rang zwei zufrieden sein und muss weiter auf die geplante Rekord-Verbesserung von 41 Etappensiegen warten. Diese Marke hält seit den 30er Jahren der dreifache Weltmeister Alfredo Binda - Cipollinis Bilanz liegt bei 40 Tageserfolgen.
Der ehemalige Telekom-Profi Giovanni Lombardi hatte seinem Chef Cipollini den Spurt bei hochsommerlichen Temperaturen vorbildlich angezogen. Der Weltmeister musste auf den letzten 150 Metern nur noch vollenden. Im entscheidenden Moment hatte sich aber Petacchi an ihm vorbei geschoben. Aber schon am zweiten Giro-Tag hat Cipollini Gelegenheit, sich zu rehabilitieren: Das Streckenprofil des 2. Tagesabschnitts von Copertino nach Matera über 177 km dürfte ganz nach dem Geschmack des exzentrischen Sprinters aus der Toskana sein.
Die großen Entscheidungen für den Gesamtsieg stehen auf den schweren Alpen-Etappen erst in der letzten Giro-Woche bevor. Dann wollen Gilberto Simoni, Stefano Garzelli, Francesco Casagrande, Marco Pantani (alle Italien) oder Aitor Gonzalez (Spanien) von sich reden machen. Die als Favoriten Gehandelten rollten am Samstag zum Auftakt zeitgleich mit Petacchi über den Zielstrich.
Aus deutscher Sicht steht bei dieser Italien-Rundfahrt, bei der die Fahrer zum ersten Mal bei einem großen Etappenrennen zum Tragen eines Helmes verpflichtet worden waren, das Gerolsteiner-Team im Mittelpunkt. Mannschafts-Leiter Hans-Michael Holczer gibt dabei in erster Linie dem Nachwuchs eine Chance.
Gerolsteiner-Kapitän Georg Totschnig aus Österreich, im Vorjahr in der Endabrechnung Siebter, spekuliert auf das Gesamtklassement und erreichte am Samstag das Ziel zeitgleich mit der einheimischen Elite um Pantani. Der Glatzkopf, in den letzten Jahren mehrmals Hauptperson in Doping-Prozessen, will den Giro zu einem weiteren Comeback-Versuch nutzen.
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