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31.05.2003 -
Erfurt (dpa) - Trotz gesundheitlicher Probleme mischte Radprofi Jan Ullrich in Erfurt in seinem ersten Rennen seit dem 1. Mai kräftig mit. Der 29-jährige Olympiasieger, trotz einer gerade überstandenen Magen-Darm-Infektion angereist, raste nach 188,7 km beim Thüringer Klassiker «Rund um die Hainleite» an der Spitze des Hauptfeldes über die Ziellinie.
Den Sieg bei der 78. Austragung des Traditions-Rennens, das in der Anfangsphase unter strömendem Regen litt, sicherte sich Enrico Poitschke aus Gera als Schnellster einer dreiköpfigen Spitzengruppe. Auf Platz zwei fuhr der Österreicher Rene Haselbacher vor Poitschkes Team-Kollegen von der Wiesenhof-Mannschaft, Jens Heppner (Gera).
Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel (Unna) vom Team Telekom sprintete an der Spitze des Hauptfeldes als Vierter 20 Sekunden hinter Poitschke über den Zielstrich. An der Strecke standen mehrere zehntausend Zuschauer.
«Ich hatte einen Start versprochen, also bin ich gekommen, obwohl ich in den vergangenen sechs Tagen nicht trainieren konnte. Aber noch ein Rennen so kurz vor der Deutschland-Tour war sicher ganz gut für mich, gerade weil im Mai für mich durch die erneute Sperre des Coast-Teams mein Start in Spanien bei der Asturien-Rundfahrt ausgefallen war», sagte Ullrich, der die neuen Bianchi-Trikots seines Teams erst am Abend vor dem Start in Erfurt in Empfang nehmen konnte.
Offensichtlich hatten sich seine neuen Teamchefs vor dem Erfurter Rennen mit Ullrichs ehemaligem Arbeitgeber Günter Dahms finanziell geeinigt und damit wahrscheinlich juristische Auseinandersetzungen vermieden. Der Radsport-Weltverband UCI hatte Bianchi als Coast- Nachfolger bereits vor einer Woche offiziell anerkannt und damit auch den Weg zur 90. Tour de France geebnet. Die am Dienstag in Dresden beginnende siebentägige Deutschland-Rundfahrt und die Tour de Suisse sind die letzten Vorbereitungs-Stationen für Ullrich vor der am 5. Juli in Paris beginnenden Tour.
Beim stark besetzten Rennen um den Höhenzug Hainleite hatten der Ullrich-Team-Kollege Cristoph von Kleinsorgen (Worringen) und Wolfram Wiese (Aachen) lange Zeit alleine an der Spitze gelegen. Doch auf der fünf Mal zu fahrenden letzten Runde rund um das Steigerwald-Stadion über insgesamt 37 km wurden die Ausreißer gestellt. Die erfolgreichste Attacke fuhren auf der drittletzten Runde Heppner und Haselbacher, wenig später stieß Poitschke nach einer kurzen Alleinfahrt hinzu. Die beiden Wiesenhof-Fahrer ließen dem Österreicher aus dem Gerolsteiner-Team im Schlussspurt keine Chance.
Die große Telekom-Hoffnung für die Tour, der Australier Cadel Evans, stürzte erneut und verletzte sich wieder an der Schulter. Der ehemalige Mountainbike-Weltcupsieger hatte sich beim Amstel Gold Race im April das Schlüsselbein gebrochen und war mehrere Wochen ausgefallen.
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