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19.06.2003 -
Saas Fee (dpa) - Jan Ullrich hat den ersten Hochgebirgs-Test 16 Tage vor dem Start der 90. Tour de France bestanden. Im Ziel der 3. Etappe der Tour de Suisse im 1736 Meter hoch gelegenen Wintersportort Saas Fee verlor der Bianchi-Kapitän auf den italienischen Tagessieger Francesco Casagrande nur 29 Sekunden.
Sein ehemaliger Telekom-Team-Kollege Alexander Winokurow (Kasachstan), der nach 204 km auf Rang drei einkam, konnte sein Goldtrikot als Spitzenreiter im Gesamtklassement mit sechs Sekunden Vorsprung knapp gegen Casagrande verteidigen.
«Ich bin zufrieden. Im Vergleich zur Deutschland-Tour war das bei mir wieder eine kleine Steigerung», sagte Ullrich im Ziel. Im Gesamtklassement rutschte er auf den 10. Rang. Überraschend stark fährt in der Schweiz wie seit Jahresbeginn der bei Quick Stepp beschäftigte Patrick Sinkewitz aus Fulda. Der 22-Jährige belegt im Gesamtklassement einen erstaunlichen 6. Rang.
Ullrich, der am Vortag wegen einer Allergie über Atemprobleme klagte, sorgte auf dem 18 km langen Schlussanstieg anfangs immer wieder für eine Tempoverschärfung. Unter seinem Diktat hatte sich auf den letzten zehn Kilometern eine 27-köpfige Spitzengruppe auf der Verfolgung des Ausreißers Peter Wuyts (Belgien) gebildet. Aber 5 Kilometer vor dem Ziel fiel die Gruppe auseinander und Casagrande griff an. Winokurow konnte noch kurz mithalten, die letzten drei Kilometer fuhr der Italiener, der den Giro d`Italia aufgegeben hatte, als Solist Richtung Ziel.
Wuyts war der tragische Held des Tages. Der Belgier hatte sich schon nach 18 km vom Feld abgesetzt und schien einem überraschenden Solosieg entgegen zu steuern. Die Schlusssteigung nach Saas Fee hatte er noch mit über zehn Minuten Vorsprung in Angriff genommen. Doch dann musste der 26-Jährige der enormen Anstrengung Tribut zollen - drei Kilometer vor dem Ziel wurde er passiert.
Der Olympia-Zweite Winokurow, in dieser Saison schon Sieger bei Paris-Nizza und Gewinner des Weltcup-Rennens Amstel Gold Race, wiegelte noch ab, als er auf seine Ziele für die Tour de Suisse angesprochen wurde: «Mein primäres Ziel ist weiter, die Top-Form für die Tour de France zu finden, nicht die Tour de Suisse um jeden Preis zu gewinnen. Ich will die nächsten Tage möglichst vorne immer dabei sein. Ich will aber nicht in den roten Bereich kommen und Gefahr laufen, in Frankreich dann platt zu sein.»
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