Profi-Radsport

Zabel nicht beschenkt, Ullrichs Bianchi bedient

07.07.2003 - (RA/dpa) - Bei der Tour de France wird einem nichts geschenkt. Das galt auf der 2. Etappe von La Ferté-sous-Jouarre nach Sedan (204,5 km) sowohl für Tyler Hamilton, der trotz eines Schlüsselbeinbruchs antrat als auch für Geburtstagskind Erik Zabel.

An seinem 33. Ehrentag verpasste der Telekom-Kapitän als Vierter nur knapp das Siegerpodest. Zabel: „Ich habe einen Fehler gemacht. 300 Meter vor dem Ziel war ich frei. Mir kam das ein wenig weit vor. Ich hätte antreten sollen. Schlechter als Vierter wäre ich bestimmt nicht geworden.“

Zabel konnten den alles beherrschenden Australiern die Tour nicht aus der Hand nehmen. Den Tagessieg sicherte sich Baden Cooke, Bradley McGee verteidigte seine knappe Führung im Gesamtklassement, die er sich durch seinen Prolog-Sieg erkämpft hatte. Das Grüne Trikot behielt das dritte Känguru, Robbie McEwen. Jan Ullrich kam in der Spitze des Hauptfeldes ins Ziel und behauptete seinen Platz im Klassement, rutschte durch Cookes Sieg allerdings auf Rang fünf einen Platz herunter.

Geschenkt bekamen trotz toller Leistung auch Frédéric Finot und Lilian Jegou nichts. Die beiden Franzosen hatten sich mit einer mutigen Attacke schon nach fünf Kilometern abgesetzt. 30 km vor dem Ende konnte Jegou nicht mehr mithalten, zwei Kilometer vor dem Ziel wurde auch Finot wieder von der rasenden Meute, angeführt von Telekom (für Zabel), Fassa Bortolo (Petacchi) und Lotto (McEwen), geschluckt.

In der rasenden Fahrt ereigneten sich wieder viele Stürze. 15 Km vor dem Ziel erwischte es erneut Olaf Pollack (Kolkwitz) von Gerolsteiner. „Es wird sehr hektisch gefahren. Jeder sucht eine Lücke, wo keine ist. In der zweiten Woche wird es hoffentlich ruhiger.“ In seinen Sturz waren auch fünf Fahrer von Jan Ullrichs Bianchi-Team verwickelt. Am schlimmsten traf es Neuzugang Felix Garcia Casas, der sich eine tiefe Wunde an der Wade zu zog. Fabricio Guidi verletzte sich am Ellbogen. Daniel Becke, Thomas Liese und David Plaza kamen mit dem Schrecken davon. Alle kassierten aber erhebliche Zeitrückstände.

Der Tour-König der Schmerzen war Tyler Hamilton. Trotz eines doppelten Schlüsselbeinbruchs trat der kleine Amerikaner zur 2. Etappe an und schluckte die Leiden herunter. Der CSC-Kapitän, bis 2001 Helfer von Lance Armstrong, scheint besonders unempfindlich zu sein. Im Vorjahr beendete er den Giro d`Italia auf dem zweiten Rang, obwohl seine Schulter angebrochen war. Hinterher musste er sich allerdings sieben Zähne richten lassen - sie hatten dem Druck beim Zähne zusammenbeißen nicht Stand gehalten. Am Montag behauptete er seinen 8. Platz im Gesamtklassement.

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