Profi-Radsport

BDR kommt Boykott-Vierer entgegen

11.12.2003 - Bad Vilbel (dpa) - Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat den Fahrern des Boykott-Vierers von den Bahn-Weltmeisterschaften in Stuttgart Zugeständnisse gemacht.

BDR-Präsidentin Sylvia Schenk erklärte, dass man ihnen Vergleichsvorschläge angeboten und ihnen zumindest in der 4000-m-Einerverfolgung die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2004 in Aussicht gestellt habe.

Der Erfurter Christian Bach habe diesen Vorschlag unterschrieben, sagte Schenk am Rande der Vorstellung des neuen Hauptsponsors in Bad Vilbel. Während Olympiasieger Jens Lehmann von Anfang an nur im Vierer starten wollte, habe der BDR von Sebastian Siedler (Gera) und Daniel Becke (Erfurt) noch keine Antwort bekommen. Im Falle von Becke ging Schenk allerdings auch davon aus, dass dieser nicht auf die Offerte eingehen werde. «Wir sind bereit, den Dreien die Qualifikation für den Weltcup, die Weltmeisterschaften und auch die Olympischen Spiele zuzugestehen», erklärte Schenk.

Für einen Start in der 4000-m-Mannschaftsverfolgung sehe der Verband jedoch keine Grundlage. Sollten die Fahrer, die sich bei der WM im Sommer in Stuttgart geweigert hatten, gemeinsam mit Robert Bartko (Potsdam) und Guido Fulst (Berlin) anzutreten, die Qualifikation schaffen, müsse der Vorfall noch einmal aufgearbeitet werden. «Es muss noch Gespräche geben», sagte die Verbandschefin.

Das Quartett war nach seinem Boykott aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen worden. Bei der Verhandlung vor dem Bundesrechtsausschuss des Verbandes vor drei Wochen war die Strafe für Becke um ein Jahr bis 31. August 2004 verkürzt worden mit der Option, ab 31. Januar ein Gnadengesuch beim BDR-Präsidium stellen zu können. Dieselben Sanktionen treffen auf Siedler zu. Bach ist ab 1. Januar wieder für die BDR-Auswahl startberechtigt.

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