Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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19.01.2004 - Palma de Mallorca (dpa) - Untertage sagte Jan Ullrich Lance Armstrong den Kampf an. Bei der aufwendig inszenierten Präsentation seines neuen T-Mobile-Teams bekräftigte der Olympiasieger vor über 200 per Flugzeug-Shuttle nach Mallorca angereisten Journalisten erneut seine felsenfeste Absicht, den Texaner bei der kommenden Tour de France zu stürzen.
«Dem großen Ziel Toursieg habe ich alles unterordnet. Fünf Mal Platz zwei ist genug. Die stärkste Mannschaft der Welt wird mir helfen, die Tour zu gewinnen - ich habe mir viel vorgenommen», sagte Ullrich in einer zu einem Restaurant umgebauten Felshöhle in einem Steinbruch bei Lluchmayor.
Der T-Mobile-Kapitän trainiert zusammen mit seinen 24 Team-Kollegen auf der Balearen-Insel. Am 3. März bei der Murcia- Rundfahrt in Spanien will er in die Saison starten. Nach überstandener Erkältung wird Ullrich nach einigen absolvierten Solofahrten zu Beginn seines Mallorca-Trainings zusammen mit der Mannschaft, die mit sieben neuen Fahrern verstärkt wurde, trainieren. «Gemeinsam mit Jan wollen wir in diesem Jahr Armstrong endlich schlagen», gab auch Alexander Winokurow als Marschroute der Mannschaft aus. Mit Rang drei in Paris im vergangenen Jahr stieß der Kasache in den Kreis der potenziellen Toursieger vor und könnte theoretisch auch zum Ullrich-Konkurrenten werden.
Ullrich wird wieder direkt von seinem langjährigen Ratgeber Rudy Pevenage betreut, der auch Gast der Präsentation war. Wegen anhaltender Querelen hatte der Belgier keine Festanstellung im Team als sportlicher Leiter bekommen und wird Ullrich auch während der Tour nicht aus dem Mannschaftswagen direkt über Funk betreuen können. Pevenages Tour-Start ist aber dennoch gesichert, nicht nur, weil er inzwischen einen zweijährigen Vertrag als Ullrich-Berater bei T-Mobile unterzeichnete. Der frühere Telekom-Teamchef wird zum Stab des ARD-Fernsehens gehören und täglich in einer festen Tour-Rubrik über das Rennen und die Taktik berichten. Eine ähnliche Zusammenarbeit existiert mit Chris Carmichael, dem persönlichen Trainer des fünffachen Toursiegers Armstrong, und dem amerikanischen Fernsehen.
Das T-Mobile-Team, das nach 13 erfolgreichen Telekom-Jahren das lohnende Erbe übernommen hat, ist so prominent besetzt wie keine andere Formation im Profi-Radsport. Neben dem Toursieger von 1997 und dem Weltranglisten-Zweiten Erik Zabel (Unna) fahren der Giro-Gewinner von 2002, Paolo Savoldelli (Italien), der ehemalige Weltmeister im Zeitfahren, Santiago Botero (Kolumbien), der Tour-Dritte Winokurow (Kasachstan) und der frühere Moutainbike-Weltcup-Sieger Cadel Evans (Australien) im Magenta farbenen Trikot. Die außerordentlichen Qualitäten der Mannschaft und des Kapitäns sowie leichte Armstrong-Schwächen bei der vergangenen Frankreich-Rundfahrt verleiteten Telekom-Routinier Rolf Aldag (Ahlen) zu der Einschätzung: «Armstrong ist 2004 nicht mehr Tour-Favorit Nummer eins.» Ullrich gab sich auch der Firmen-Philosophie folgend selbstbewusst: «Ich glaube, Lance ist schon ein bisschen nervös.»
Das erste offizielle Mannschafts-Treffen am 24. November auf einem Rheindampfer in Köln hatte Ullrich noch «geschwänzt», um möglichen Auseinandersetzungen mit seinem früheren Arbeitgeber Bianchi vorzubeugen. Nach Aussagen seines Managers Wolfgang Strohband sind die Schwierigkeiten aber immer noch nicht ausgeräumt, Ullrich fordert noch seit Oktober ausstehendes Gehalt. «Ich hoffe, in ein paar Wochen liegt das endlich hinter mir», sagte der deutsche «Sportler des Jahres».
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