Cofidis-Affäre: Ermittlungen gegen Gaumont

22.01.2004  |  Paris/Berlin (dpa) - In der Doping-Affäre um den französischen Rad-Rennstall Cofidis kommen immer neue brisante Details ans Tageslicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP richten sich die aktuellen Ermittlungen gegen den Radprofi Philippe Gaumont, der seinen früheren Teamkollegen Robert Sassone mindestens einmal mit dem Blut-Doping-Mittel EPO versorgt haben soll.

Unterdessen hat das französische Magazin «Le Point» belastende Telefonprotokolle des unter Doping-Verdacht stehenden früheren Cofidis-Fahrers Marek Rutkiewicz veröffentlicht.

Der in Sachen Doping bereits vorbelastete Gaumont war gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Cédric Vasseur bei der Rückkehr aus dem Trainingslager in Südspanien am Pariser Flughafen Orly festgenommen worden, wurde aber für die Dauer der Untersuchung wieder auf freien Fuß gesetzt. Kurz vor der Verhaftung der Cofidis- Profis hatte ein Ermittlungsrichter Anklage gegen den 25-jährigen Bahn-Spezialisten Sassone erhoben. In dessen Haus waren in der vergangenen Woche neben EPO auch Amphetamine und Wachstumshormone gefunden worden. Sollte sich der Verdacht des Zwischenhandels gegen Gaumont bestätigen, droht dem 30-Jährigen als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre.

Der ehemalige Cofidis-Profi Marek Rutkiewicz ist durch die Veröffentlichungen in «Le Point» ebenfalls unter Druck geraten. In einem Telefonat vom 30. August vergangenen Jahres soll sich der 22- Jährige bei Cofidis-Betreuer Bogdan Madejak über Möglichkeiten des Blut-Dopings informiert haben. Darüber hinaus soll Rutkiewicz sich am 6. Juli 2003 mit einem nicht identifizierten polnischen Fahrer über die Dosierung anderer illegaler Präparate unterhalten haben. Rutkiewicz und Madejak waren bereits in der vergangenen Woche vorläufig festgenommen worden. Während Rutkiewicz von der Polizei unter Auflagen wieder entlassen wurde, ist gegen Madejak, der als Schlüsselfigur in der Affäre gilt, inzwischen Anklage erhoben worden.

Der Kapitän des Cofidis-Teams, David Millar, hat unterdessen den Verdacht eines groß angelegten Dopings bei Cofidis zurückgewiesen. «Was ich sagen kann, ist, dass es kein Cofidis-Problem ist, und es hat sicherlich nichts mit mir zu tun», wird der britische Zeitfahr- Weltmeister vom Internet-Anbieter Radsport-News zitiert. Auch einen Vergleich mit der Festina-Affäre aus dem Jahr 1998 lehnte der 27- Jährige entschieden ab.

Angesichts der immer weiteren Kreise, die die aktuelle Doping- Affäre zieht, hat der französische Sportminister Jean-Francois Lamour einen Krisengipfel einberufen. Am Freitag sollen die wichtigsten Radsport-Vertreter des Landes über die Affäre und ihre Auswirkungen auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele im Sommer in Athen diskutieren.

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